Sonntag, 11. Januar 2009

Viel Wind, volle Batterien und ein Krokodil...

Standort der SAWADI: Standort der SAWADI: vor Anker auf den Carti-Inseln / SanBlas-Archipel /Panama
GPS-Position: N 09°28,00 W 078°58,00

Hi all,
und wieder ist eine Woche rum, ohne dass ich einen Blog geschrieben habe.
Ich habe festgestellt, dass die Zeit hier in Panama definitiv schneller vergeht als in Deutschland!
Wir kamen vor vier Tagen hier auf den Carti-Inseln an und wollten eigentlich nur Armin und Sylvia zurück ans Festland bringen, da sie von Panama-Citi aus wieder ins zur Zeit saukalte Deutschland zurückfliegen müssen.
Am Mittwoch morgen um sieben Uhr wurden sie von einer Piroge abgeholt und ans nahe gelegene Festland gefahren, von wo aus sie mit einem Allrad-Jeep quer durch den Dschungel nach Panama-Citi gebracht wurden. Diese Strecke durch den Dschungel ist nur in der Trockenzeit befahrbar und ist sehr abenteuerlich.
Es geht auf einer ziemlich üblen Schlammstrasse querfeldein und es muss auch ein Fluss durchquert werden.
Eine einfache Fahrt von hier nach P-Citi kostet ca. 25-35 Dollar, je nach Verhandlungsgeschick.

Nachdem die SAWADI nun leider wieder still und leer war, wollten Wilma und ich gemeinsam mit der SY Wonderland am nächsten Tag rüber auf die Lemon-Cays segeln, aber dann gingen die seltsamsten Windgerüchte um.
Ein Segler meinte, in den nächsten zwei Tagen käme Starkwind aus Westen, Evi von der Wonderland hat hingegen im SSB-PanamaNetz gehört, dass es die nächsten Tage mit 25 Knoten aus Nordosten blasen soll.
Wir entschieden uns daher, noch zwei Tage länger in Carti zu bleiben und das nahegelegene Kuna-Indianer-Dorf näher zu erkunden.
Das grösste Dorf befindet sich auf der Insel Sugdup und ist schon ein wenig von der Zivilisation verdorben. Alle paar Tage ankert ein grosses Cruise-Ship vor den Inseln und dann stürmen 1000 amerikanische Touristen die Insel und verdoppeln damit die Bevölkerungsdichte auf einen Schlag.
Es gibt elektrischen Strom, Mobilfunk-Empfang und sogar ein "Hotel", obwohl das Hotel nur aus einem kleinen zweistöckigen Zementgebäude besteht, in dem einige Hängematten hängen. Einige wenige Kuna-Indianer haben wir nachmittags betrunken im Schatten ihrer Strohhütten sitzen sehen und an jeder zweiten Hütte findet man ein Holzschild, welches den Verkauf von kaltem Bier, Zigaretten und Handy-Prepaid-Karten anbietet.

Ganz anders sieht es auf der Nachbarinsel Yandup aus. Hier findet man nur mit Bananenblättern gedeckte Bambushütten, gesäumt von blühenden Blumen. Unzählige Kinder laufen einem hinterher und rufen ständig "Hola" und die Kuna-Frauen tragen alle noch ihre traditionellen, bunten Mola-Gewänder.
Wilma und Evi waren auch gleich wieder im Mola-Kaufrausch und stockten ihre Mola-Vorräte um weitere vier hübsche Molas auf. ;-)
Ich wurde dort auch fündig, zwar nicht mit Molas, dafür aber mit einer Palette Bier (24 Dosen für nur 12,5 Dollar, Anm. der Red.), Kaffee, Zucker, Salz und einem hübschen traditionellen Kopftuch für meine Glatze. Jou!

Gestern machten wir einen Ausflug in einen der Flüsse, die hier ins Meer münden. Wir wurden um 9 Uhr von einem grossen Einbaum-Kanu abgeholt und liessen uns dann vom Wind in die Flussmündung reintreiben. Aber nach der ersten Flussbiegung wurde der Wind vom Regenwald abgeschwächt und wir mussten alle zu den Paddeln greifen.
Nach ca. einer Stunde kamen wir zu der Furt, durch die die Allrad-Jeeps fahren müssen, um nach Panama-Citi zu gelangen. Sehr abenteuerlich kann ich nur sagen.
Nach einem eher kurzen Spaziergang in den Regenwald ging es dann wieder flussabwärts.
Plötzlich rief unser Führer etwas auf spanisch und zeigte hektisch ans andere Flussufer.
Und da sah ich endlich mein erstes echtes Krokodil träge am Ufer liegen und ein Sonnenbad nehmen. Es war ca. 3 Meter lang und aufgeschreckt durch unser vorbeigleitendes Kanu trottete es gemächlich ins Wasser und tauchte unter. Wow!

Heute bläst der Wind, wie auch schon die letzten zwei Tage, wieder mit bis zu 25 Knoten aus dem vorhergesagten nordöstlichen Quadranten und wir werden daher noch einen oder zwei Tage hier vor Anker bleiben.
Mein Windgenerator dreht sich wie verrückt und die Batterien sind daher randvoll. Genügend Strom also für stundenlanges Laptop-Laufenlassen, Wassermacher-Laufenlassen und Filmchen ankucken, yeahh!!!

Besitos aus den östlichen SanBlas-Inseln,

Steffo, Wilma und Flecky Dr. Jeckyll ;-)

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