Donnerstag, 25. Juni 2009

8 von 72

Standort der SAWADI: vor Anker in Chichime / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°35,00 W 078°53,00

Hi all,
ihr erinnert Euch sicherlich noch an meinen Schokoladen-Notstand Anfang Mai.
Die Rettung kam damals von Jim, der mir aus Panama-City 72 Tafeln Ritter-Sport mitgebracht hatte.

Ihr werdet es nicht glauben, aber von den 72 Rittern sind nur noch 8 Tafeln übrig!!!
Statistisch betrachtet habe ich doch tatsächlich in den letzten 44 Tagen knapp eineinhalb Tafeln Ritter-Sport-Schokolade täglich verzehrt. Man kann auch sagen 6,4 kg Schokolade in eineinhalb Monaten! Kein schlechter Schnitt, oder? ;-)

Ich werde so langsam nervös, denn der nächste Schokoladen-Engpass steht schon vor der Türe.

Meine Hoffnung liegt nun bei Wilma, die mich Anfang July nochmal auf der SAWADI besuchen kommt. Ich hoffe, sie kann mir aus Panama-City eine grosse Ladung Ritter-Sport mitbringen.

Oder falls mich mal jemand von Euch hier im Paradies besuchen kommen möchte: Die Eintrittsgebühr auf die SAWADI beträgt 100 Tafeln Ritter-Sport-Schokolade. :-)

Grüsslies aus dem schönen Chichime,

Steffo y Flecky ;-)

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Donnerstag, 18. Juni 2009

Hai-Video ist online!!!

Standort der SAWADI: vor Anker in Chichime / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°35,00 W 078°53,00

Hi all,
soeben habe ich von Kim und Scott von der SY Anthyllide erfahren, dass ihr Hai-Video online ist.

Ihr findet das Video unter folgendem Link bei YouTube:

http://www.youtube.com/watch?v=3StqCelMyR0

Kopiert den Link einfach in Euren Internetbrowser, dann sollte das Video erscheinen.

Falls der Link nicht funktionieren sollte, dann könnt ihr bei www.youtube.com auch nach dem Begriff "anthyllide" suchen, dann solltet ihr das Video auch finden.

Viel Spass beim Ankucken,

Euer Shark-Summoner (auf deutsch "Hai-Flüsterer") Steffo.

PS: Und hier noch ein Tierschutz-Hinweis, da es doch bestimmt irgendwo irgendwelche Leute gibt, die an dem Video was auszusetzen haben:
Den Haien wurde keinerlei Leid zugefügt, die einzigen toten Tiere waren die drei Snapper, die als Köder dienten. Die Snapper waren schon tot und filetiert, es wurden also nur die Fischabfälle (Kopf, Gräten und Schwanz) an eine Leine gebunden, keine Haken oder sonstiges. Im Umkreis von ca. 2 km waren keine anderen Boote, d.h. durch das Anlocken der Haie wurden keine anderen Segler oder Eingeborene gestört oder gefährdet, bla bla bla, Punkt-Punkt-Punkt, usw. ;-)

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Sonntag, 14. Juni 2009

Erste Hai-Fotos...Teil 2

Erste Hai-Fotos...Teil 1

Standort der SAWADI: vor Anker in Chichime / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°35,00 W 078°53,00

Hi all,
endlich habe ich meine Bilder von der Kamera auf den Laptop übertragen, die Bildgrösse von 2 MB auf ca. 20 kB geschrumpft - und hier sind sie, die ersten Bilder meiner Haierlebnisse!

Viel Spass beim Ankucken und freut Euch auf meinen nächsten schnellen Internetzugang, dann werde ich eine komplette Foto-Shooting-Serie von den NurseSharks und dem Reef-Shark hochladen!

Bis dahin,

Saludos del paraiso,

Steffo y Flecky, ;-)

Mittwoch, 10. Juni 2009

Erste Hai-Fotos...Teil 3

Hi all,
ich hoffe, Euch gefallen diese ersten Hai-Vorabfotos!

Kuckt sie Euch schön lange an, ich habe nämlich für den Upload dieser Fotos mit meinem Kurzwellenfunk-Radio-Account fast 40 Minuten pro Bild gebraucht! :-)

Grüsslies, Steffo y Flecky

Freitag, 5. Juni 2009

Zivilisations-Schock in der Grossstadt!

Standort der SAWADI: vor Anker in den East Lemon Cays / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°34,00 W 078°51,00

Hi all,
ich bin wieder zurück von meinem Kurztrip in die "Hölle"!

Ursprünglich hätte ich am Montag mittag von einem Kajuku abgeholt werden sollen, aber der "motorisierte Baumstamm" kam nicht. Ich hatte alles vorbereitet, die SAWADI war klar-schiff und Flecky war auf der Wonderland bei seinem verhassten Cat-Napper Jim deponiert. ;-)
Ich konnte aber glücklicherweise ein anderes Kajuku für den nächsten Morgen organisieren.
Den ganzen Montag nachmittag lang hörte ich die verzweifelten Miau-Schreie von Flecky, der wieder mal dachte, Jim hätte ihn entführt.
Und spät abends war es dann soweit: Flecky wusste anscheinend ganau, dass ich noch auf der SAWADI war und sprang kurzerhand ins Wasser und schwamm mitten in der Nacht ca. 100 Meter weit von der Wonderland zurück zur SAWADI.
Ich lag schon im Bett und war in Gedanken schon halb in Panama-City, als plötzlich ein halbertrunkener, nasser Flecky meine Badeleiter heraufkletterte.
Nach einer ausgiebigen Frischwasserdusche für Flecky und langem Hin-undHerüberlegen entschied ich mich, dass Flecky eben auf der SAWADI meine Rückkehr abwarten darf.
Jim versprach, sich um ihn auf der SAWADI zu kümmern, und am Dienstag früh um sechs gings dann endlich los in die Grossstadt!

Die zweistündige Fahrt durch den Dschungel war klasse, die Schotterpiste ging kreuz und quer, steil bergauf und bergab durch den Dschungel, und schliesslich kamen die Skyline der grössten Stadt Panamas in Sicht.

Mein erstes Ziel in Panama-City war das Immigration-Büro, wo ich promt und ohne viel Aufhebens einen weiteren Monat in Panama zugesprochen bekam.
(Anm. der Red.: Diesmal ganz ohne Schmiergeld, auch nicht schlecht)
Die nächsten 24 Stunden waren dann jedoch Stress pur.
Ich hetzte von einem Laden zum nächsten, teils mit dem Autobus, teils mit dem Taxi und teils zu Fuss.
Vom Supermarkt zum Handwerker-Baumarkt, vom Stoffladen zum Marine-Ausrüster, vom Taucherladen weiter zum nächsten Schiffsausrüster-Geschäft, usw.

Leute, ich sags Euch, die Grossstadt macht mich fertig. Sooooo viele Menschen, soooo viele Autos, soo viel Lärm und Gestank, alle paar Minuten geht irgendwo eine Auto-Alarmanlage los oder es findet ein ohrenbetäubendes Hupkonzert an der nächsten Ampel statt. Die Autobusse sind immer randvoll besetzt mit schwitzenden und schimpfenden Leuten, hier plärrt ein Radio, dort ein Baby und direkt daneben versucht ein Ghettoblaster das Radio und das Baby zu übertönen.
Und der Auspuff-Gestank überall in der Luft, kein freier Blick zum Horizont, und mein Zimmer für die Nacht hatte nicht mal ein Fenster (Anm. der Red.: dafür lag die Pension sehr zentral und kostete nur 15 US).

Ich muss gestehen, mir standen die Freudentränen in den Augen, als ich am nächsten Mittag wieder auf dem Weg zurück in die Natur war und ich schliesslich das Meer vom letzten Hügel in den Bergen erblickte. Dort irgendwo liegt die SAWADI, dort wartet Flecky auf mich, dort hat man reinste Seeluft zum Atmen und einen 360-Grad Blick bis zum Horizont!

Zurück am Ankerplatz stellte ich fest, dass die SAWADI auf einmal 50 Meter hinter der Wonderland lag! Beim meiner Abfahrt war sie noch ca. 100 Meter vor der Wonderland. Der Grund dafür war eine mässig starke Brise am Vortag und die Schale einer riesigen Conch (Anm. der Red.: Eine Conch ist eine grosse Wasserschnecke, die eine bis zu 40 cm grosse, gewundene, wundertütenförmige Schale hat). Beim Ankern muss wohl die Spitze meines Ankers direkt auf die Schale gefallen sein und deshalb konnte sich der Anker nicht richtig im Sand eingraben und fing an, über den Sandboden zu rutschen!
(Anm. der Red.: Das Foto der verantwortlichen Conch-Schale wird beim nächsten Internetzugang nachgeliefert!)

So langsam erhole ich mich wieder von meinem Trip in die "stinkende, überfüllte Hölle", gestern war ich ausgiebig schnorcheln und spearfischen und am Abend gabs dann anstatt "Pommes vom McDonalds" zwei leckere, frische Snapper-Filets mit selbstgemachten Kartoffel-Röstis! Yummy!

Grüsslies aus dem Paradies,

Steffo y Flecky! ;-)

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Samstag, 30. Mai 2009

Hai-Geschichten - Teil 4 und "engine-problems"

Standort der SAWADI: vor Anker in den East Lemon Cays / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°34,00 W 078°51,00

Hi all,
wenn auch etwas verspätet, hier kommt der vorerst letzte Teil meiner Hai-Geschichten!
Die letzten Tage war es zuerst zu heiss um eMails zu schreiben und dann war es wieder total bewölkt, sodass ich mit meinem Strom etwas haushalten musste und den Computer nicht zu lange laufen lassen wollte.
Ich bin mittlerweile in den East-Lemon Cays vor Anker, nachdem ich vorgestern von den zentralen Holandes-Cays rübermotort bin nach Porvenir, um bei "meinem" Immigration-Officer Ricardo mein abgelaufenes Dreimonats-Visum zu verlängern.
Als ich vor drei Wochen bei ihm war, hat er mir den "Tipp" gegeben, offiziell aus Panama auszuchecken, mir ein Zarpe zu besorgen (Anm. der Red.: Ein Zarpe ist eine Art von Reisegenehmigung, die man braucht, wenn man von Panama in ein anderes Land segelt oder auch wenn man innerhalb von Panama grössere Strecken zurücklegen will) und nach ein paar Wochen wieder bei ihm aufzukreuzen mit "Motorproblemen".
Auf jeden Fall war ich wieder bei Ricardo und habe ihm von meinem fehlgeschlagenen Versuch (wegen "Problemen mit dem Motor"), nach Cartagena zu segeln, berichtet. Jetzt meinte er jedoch plötzlich, er kann mich nicht einfach wieder in Panama einchecken, dazu müsste ich nach Panama-City zur Zentralen Immigration-Behörde. Na toll, genau diese zeit- und geldaufwendige Reise wollte ich mir eigentlich ersparen.
Anyway, am kommenden Montag fahre ich mit dem Jeep durch den Dschungel nach Panama-City und bekomme dann hoffentlich meine nächsten drei Monate für Panama!

Nun aber zur Hai-Geschichte.
Glaubt es oder nicht, aber ich habe einen Hai gesteichelt!
Als ich noch in den zentralen Holandes-Cays (in der sog. "Shark-Alley") lag, kam ein Hai an der Oberfläche ganz nah an die SAWADI ran. Ich bin schnell ins Dingi geklettert, und als er wieder mal an den Finnen meines Aussenborders rumknabberte, habe ich den Ammenhai auf dem Rücken gestreichelt! Uaaahhhhh, hatte naturalmente total Schiss und eine Gänsehaut, aber es war schon cool. Seine Haut fühlt sich an wie Sandpapier und ist ganz und gar nicht fischig-schleimig!

Ich hatte kurz zuvor einen grossen Fisch von der SAWADI aus geangelt, einen Horse-Eye-Jack, ca. einen halben Meter lang! Das hat wohl auch die zwei Ammenhaie auf die Bühne gelockt.
Na, und dann habe ich etwas Übermütiges und auch Doofes gemacht.
Der Horse-Eye-Jack lag noch in meinem Dingi und ich dachte mir, ich halte den Fisch ein bisschen ins Wasser und spiele mit dem Hai.
Er war auch ganz angetan von meinem Fisch und kam immer wieder langsam ran und versuchte den Fisch zu schnappen.
Dieses Rumgeplänkel ging einige Zeit, bis er den Fisch fest am Kopf packte und verständlicherweise nicht mehr loslassen wollte.
Ich hielt den Fisch am Schwanz fest aber nach kurzem Tau- bzw. Fischziehen hat der Hai gewonnen und zog sein neues Abendessen über die Siegerlinie unter Wasser.
Er hat mich mit seiner Schwanzflosse noch kräftig nassgespritzt und ist dann mit heftigem Kopf-hin-und-her-werfen samt meinem Horse-Eye-Jack abgetaucht!

Na, immerhin hat mir dieses Intermezzo die Fisch-Filetierungs-Arbeit erspart und mal wieder ein rein vegetarisches Abendessen ist auch nicht schlecht.
Aber das Beste ist, dass die Kim von der Anthyllide alles mit der Videokamera aufgenommen hat, yeahhh!
Das Video kann ich dann irgendwann mal meinen noch ungeborenen Enkelkindern vorspielen, jou!

Soviel für heute,

besitos aus dem Paradies,

Steffo y Flecky

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Sonntag, 24. Mai 2009

Neue Handynummer f. die SAWADI: 00507-60738776

Standort der SAWADI: vor Anker in den zentralen Holandes-Cays / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°36,00 W 078°43,00

Hi all,
ich habs Euch noch gar nicht erzählt, aber letzte Woche wurde mir mein Handy gestohlen.
Wir waren alle beim Free-Diving unterwegs und als wir mittags zu unseren Booten zurückkamen, musste ich feststellen, dass jemand in der Zwischenzeit an Bord gewesen war und mir mein Handy gestohlen hat.
Die SAWADI war zwar abgeschlossen, aber dummerweise hatte ich das Handy im Cockpit liegen lassen.

Jetzt hat mir Jim sein Zweithandy ausgeliehen und ich habe meinen Ersatz-Chip (diesmal von dem Provider DigiCel) eingesetzt.

Meine neue Nummer lautet ab sofort:

00507-60738776

Ich freue mich auf Eure Anrufe!

Bis denne aus der Shark-Alley,

Steffo y Flecky, 24.05.09

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Mittwoch, 20. Mai 2009

Hai-Geschichten - Teil 3 - Der ultimative H=?ISO-8859-1?Q?=F6?=hepunkt

Standort der SAWADI: vor Anker in den zentralen Holandes-Cays / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°36,00 W 078°43,00

Hi all,
vorgestern erlebten wir eine Hai-Show der Spitzenklasse!
Jim und ich waren mittags beim Free-Diving mit der Harpune und ich erwischte zwei mittelgrosse Schoolmaster-Snapper und Jim erlegte einen riesigen, 4 kg schweren Hammel-Snapper.
Nach dem Filetieren trafen wir uns alle zur Haifütterung auf der Anthyllide.
Zuerst schütteten wir die Fischinnereien und das mit Fischblut gesättigte Eimerwasser ins Meer - und dann warteten wir. Zwei Bier später entdeckten wir die ersten zwei Ammenhaie, wie sie gemächlich am Meeresgrund ihre Kreise zogen.
Dann band Scott die zwei kleineren Fischkadaver an eine dicke Leine und liess diesen Köder auf den Meeresgrund sinken. Gemächlich kreisten die Haie näher heran, Scott zog den Köder langsam zur Oberfläche und - welch Freude - die Ammenhaie folgten nach.
Sobald die beiden Ammenhaie an der Oberfläche waren, kamen das Foto-Shooting und die ersten Videoaufnahmen. Die Ammenhaie schlürften den Fischköder in ihr Maul und Scott konnte mit der Leine die Haie halb aus dem Wasser herausheben. Ultra-cool.

Und dann kam der Superstar, Mr. Reefshark, auf die Bühne.
Die Ammenhaie hielten respektvoll Abstand, als der schlanke, ca. zwei Meter grosse Riffhai langsam und vorsichtig den Fischköder umkreiste (Anm. der Red.: wir hatten mittlerweile den grossen Hammel-Snapper-Kadaver an die Leine gebunden).
Nach drei oder vier Umkreisungen, die ihn jedes Mal näher an den armlangen Köder heranbrachten, schnappte er sich mit einer schnellen Bewegung den Kadaver und wollte abhauen.
Bei laufender Kamera zog Scott ein bisschen an der Leine aber das mochte unser Hai überhaupt nicht. Mit einem schnellen Sprint und unter viel aufspritzendem Wasser machte er sich aus dem Staub, den Köder samt Leine immer noch im Maul.
Als das Ende der zwei Zentimeter dicken Leine erreicht war, spannte sich die Leine mit einem Ruck; die Aluminium-Reeling, an der die Leine festgebunden war, bog sich bedenklich nach aussen und mit einem Knall riss die Leine und der Hai samt Köder war verschwunden.

Die Fotos und das Video sind spitzenklasse geworden; sobald ich wieder Internetzugang habe, werde ich die besten Hai-Fotos und auch das Video auf meine Website stellen! Freut Euch schon mal drauf!
Bis dahin kann ich zur Einstimmung nur empfehlen, in die Videothek zu gehen und den Film "Deep Blue Sea" auszuleihen. Aber nehmt die "frei ab 18 Jahren"-Version, damit ihr die blutigsten Szenen in voller Länge und unzensiert geniessen könnt. ;-)

In diesem Sinne,

beste Grüsslies aus den zentralen Holandes-Cays,

Steffo y Flecky ;-)

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Samstag, 16. Mai 2009

Hai-Geschichten - Teil 2

Standort der SAWADI: vor Anker in den zentralen Holandes-Cays / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°36,00 W 078°43,00

Hi all,
es gibt neue Hai-Erlebnisse auf der SAWADI.
Vorgestern kam ich mit einem mittelgrossen Yellow Jack vom Fischen zurück. Aus Respekt vor den Haien war ich ausnahmsweise mit dem Dingi und einer Handleine unterwegs.
Kurz zuvor erzählte uns nämlich ein Einheimischer, Eduino, dass es vor einigen Jahren hier einen Haiunfall (Hauptdarsteller waren ein Riff-Hai und ein Kuna-Indianer) gegeben habe. Der Kuna habe harpuniert und dann kam der Riff-Hai und verwechselte wohl den blutenden, zappelnden Fisch mit den Armen des Kunas. Auf jeden Fall habe der Hai ihm den Arm am Ellbogen abgebissen. Der Kuna konnte noch mit seinem ausgehölten Baumstamm-Kanu bis zum nächsten Dorf paddeln (Anm. der Red.: wohl eher segeln, denn wie soll man mit nur einem Arm paddeln, hä?) und wurde dann nach P-City geflogen.

Auf jeden Fall hab ich nachmittags meinen Yellow Jack filetiert und die Fischabfälle über Bord geschüttet. Kaum zehn Minuten später war mein neuer Freund, der Riffhai, bei der SAWADI und umkreiste sie langsam. Leider war das Licht zu schlecht, um erkennbare Beweisfotos zu schiessen.
Aber die Geschichte ist noch nicht zu Ende, denn ca. zwei Stunden später, vom Hai war weit und breit nix mehr zu sehen, ging ich an meiner Badeleiter ins Wasser zum Duschen. Ich hatte sicherheitshalber meine Taucherbrille auf, und als ich mich, am Heck der Sawadi hängend, umschaute, kuck mir doch der Riffhai ungeniert in ca. vier Metern Entfernung beim Duschen zu.
Leute, glaubt mir, ich flog förmlich die Badeleiter hoch und stand dann nackt, laut fluchend und noch halb eingeseift an Deck.

Aber die Hai-Erlebnisse gehen noch weiter. Abends hatte ich meine Angelleine über Bord hängen, in der Hoffnung, einen Snapper beim Grundangeln zu erwischen. Aber es tat sich nicht viel und spät abends hatte ich total vergessen, dass die Angelleine noch im Wasser hängt.
Kurz vor acht Uhr abends, es war schon stockdunkel, schlug meine Angelrute an, und die Leine spulte sich wie rasend ab. Ich schaffe es gerade noch rechtzeitg, die Angelrute zu ergreifen und die Leinen-Bremse langsam zuzudrehen. Es war eine wahnsinnige Spannung auf der Leine und sie gab Geräusche wie eine hohe Gitarrensaite von sich. Aber ganz langsam konnte ich die Leine Meter um Meter aufrollen und nach ca. zehn schweisstreibenden Minuten trennten mich noch fünf Meter von dem Fisch. Mit meiner kleinen Stirn-LEDlampe konnte ich jetzt im dunklen Wasser die Umrisse eines Ammenhais erkennen. Also nix mit Snapper zum Abendessen.
Noch bevor ich die Angelleine weiter einrollen konnte, um die Leine möglichst nahe am Hai zu durchtrennen, machte der Hai eine lässige Kopfbewegung, die Leine riss direkt am Haken und der Hai entschwand - jetzt wie ich im Mund gepierct - zurück in die Dunkelheit.

Grüsslies aus Shark-City,

Steffo y Flecky, ;-)

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