Freitag, 5. Juni 2009

Zivilisations-Schock in der Grossstadt!

Standort der SAWADI: vor Anker in den East Lemon Cays / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°34,00 W 078°51,00

Hi all,
ich bin wieder zurück von meinem Kurztrip in die "Hölle"!

Ursprünglich hätte ich am Montag mittag von einem Kajuku abgeholt werden sollen, aber der "motorisierte Baumstamm" kam nicht. Ich hatte alles vorbereitet, die SAWADI war klar-schiff und Flecky war auf der Wonderland bei seinem verhassten Cat-Napper Jim deponiert. ;-)
Ich konnte aber glücklicherweise ein anderes Kajuku für den nächsten Morgen organisieren.
Den ganzen Montag nachmittag lang hörte ich die verzweifelten Miau-Schreie von Flecky, der wieder mal dachte, Jim hätte ihn entführt.
Und spät abends war es dann soweit: Flecky wusste anscheinend ganau, dass ich noch auf der SAWADI war und sprang kurzerhand ins Wasser und schwamm mitten in der Nacht ca. 100 Meter weit von der Wonderland zurück zur SAWADI.
Ich lag schon im Bett und war in Gedanken schon halb in Panama-City, als plötzlich ein halbertrunkener, nasser Flecky meine Badeleiter heraufkletterte.
Nach einer ausgiebigen Frischwasserdusche für Flecky und langem Hin-undHerüberlegen entschied ich mich, dass Flecky eben auf der SAWADI meine Rückkehr abwarten darf.
Jim versprach, sich um ihn auf der SAWADI zu kümmern, und am Dienstag früh um sechs gings dann endlich los in die Grossstadt!

Die zweistündige Fahrt durch den Dschungel war klasse, die Schotterpiste ging kreuz und quer, steil bergauf und bergab durch den Dschungel, und schliesslich kamen die Skyline der grössten Stadt Panamas in Sicht.

Mein erstes Ziel in Panama-City war das Immigration-Büro, wo ich promt und ohne viel Aufhebens einen weiteren Monat in Panama zugesprochen bekam.
(Anm. der Red.: Diesmal ganz ohne Schmiergeld, auch nicht schlecht)
Die nächsten 24 Stunden waren dann jedoch Stress pur.
Ich hetzte von einem Laden zum nächsten, teils mit dem Autobus, teils mit dem Taxi und teils zu Fuss.
Vom Supermarkt zum Handwerker-Baumarkt, vom Stoffladen zum Marine-Ausrüster, vom Taucherladen weiter zum nächsten Schiffsausrüster-Geschäft, usw.

Leute, ich sags Euch, die Grossstadt macht mich fertig. Sooooo viele Menschen, soooo viele Autos, soo viel Lärm und Gestank, alle paar Minuten geht irgendwo eine Auto-Alarmanlage los oder es findet ein ohrenbetäubendes Hupkonzert an der nächsten Ampel statt. Die Autobusse sind immer randvoll besetzt mit schwitzenden und schimpfenden Leuten, hier plärrt ein Radio, dort ein Baby und direkt daneben versucht ein Ghettoblaster das Radio und das Baby zu übertönen.
Und der Auspuff-Gestank überall in der Luft, kein freier Blick zum Horizont, und mein Zimmer für die Nacht hatte nicht mal ein Fenster (Anm. der Red.: dafür lag die Pension sehr zentral und kostete nur 15 US).

Ich muss gestehen, mir standen die Freudentränen in den Augen, als ich am nächsten Mittag wieder auf dem Weg zurück in die Natur war und ich schliesslich das Meer vom letzten Hügel in den Bergen erblickte. Dort irgendwo liegt die SAWADI, dort wartet Flecky auf mich, dort hat man reinste Seeluft zum Atmen und einen 360-Grad Blick bis zum Horizont!

Zurück am Ankerplatz stellte ich fest, dass die SAWADI auf einmal 50 Meter hinter der Wonderland lag! Beim meiner Abfahrt war sie noch ca. 100 Meter vor der Wonderland. Der Grund dafür war eine mässig starke Brise am Vortag und die Schale einer riesigen Conch (Anm. der Red.: Eine Conch ist eine grosse Wasserschnecke, die eine bis zu 40 cm grosse, gewundene, wundertütenförmige Schale hat). Beim Ankern muss wohl die Spitze meines Ankers direkt auf die Schale gefallen sein und deshalb konnte sich der Anker nicht richtig im Sand eingraben und fing an, über den Sandboden zu rutschen!
(Anm. der Red.: Das Foto der verantwortlichen Conch-Schale wird beim nächsten Internetzugang nachgeliefert!)

So langsam erhole ich mich wieder von meinem Trip in die "stinkende, überfüllte Hölle", gestern war ich ausgiebig schnorcheln und spearfischen und am Abend gabs dann anstatt "Pommes vom McDonalds" zwei leckere, frische Snapper-Filets mit selbstgemachten Kartoffel-Röstis! Yummy!

Grüsslies aus dem Paradies,

Steffo y Flecky! ;-)

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Samstag, 30. Mai 2009

Hai-Geschichten - Teil 4 und "engine-problems"

Standort der SAWADI: vor Anker in den East Lemon Cays / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°34,00 W 078°51,00

Hi all,
wenn auch etwas verspätet, hier kommt der vorerst letzte Teil meiner Hai-Geschichten!
Die letzten Tage war es zuerst zu heiss um eMails zu schreiben und dann war es wieder total bewölkt, sodass ich mit meinem Strom etwas haushalten musste und den Computer nicht zu lange laufen lassen wollte.
Ich bin mittlerweile in den East-Lemon Cays vor Anker, nachdem ich vorgestern von den zentralen Holandes-Cays rübermotort bin nach Porvenir, um bei "meinem" Immigration-Officer Ricardo mein abgelaufenes Dreimonats-Visum zu verlängern.
Als ich vor drei Wochen bei ihm war, hat er mir den "Tipp" gegeben, offiziell aus Panama auszuchecken, mir ein Zarpe zu besorgen (Anm. der Red.: Ein Zarpe ist eine Art von Reisegenehmigung, die man braucht, wenn man von Panama in ein anderes Land segelt oder auch wenn man innerhalb von Panama grössere Strecken zurücklegen will) und nach ein paar Wochen wieder bei ihm aufzukreuzen mit "Motorproblemen".
Auf jeden Fall war ich wieder bei Ricardo und habe ihm von meinem fehlgeschlagenen Versuch (wegen "Problemen mit dem Motor"), nach Cartagena zu segeln, berichtet. Jetzt meinte er jedoch plötzlich, er kann mich nicht einfach wieder in Panama einchecken, dazu müsste ich nach Panama-City zur Zentralen Immigration-Behörde. Na toll, genau diese zeit- und geldaufwendige Reise wollte ich mir eigentlich ersparen.
Anyway, am kommenden Montag fahre ich mit dem Jeep durch den Dschungel nach Panama-City und bekomme dann hoffentlich meine nächsten drei Monate für Panama!

Nun aber zur Hai-Geschichte.
Glaubt es oder nicht, aber ich habe einen Hai gesteichelt!
Als ich noch in den zentralen Holandes-Cays (in der sog. "Shark-Alley") lag, kam ein Hai an der Oberfläche ganz nah an die SAWADI ran. Ich bin schnell ins Dingi geklettert, und als er wieder mal an den Finnen meines Aussenborders rumknabberte, habe ich den Ammenhai auf dem Rücken gestreichelt! Uaaahhhhh, hatte naturalmente total Schiss und eine Gänsehaut, aber es war schon cool. Seine Haut fühlt sich an wie Sandpapier und ist ganz und gar nicht fischig-schleimig!

Ich hatte kurz zuvor einen grossen Fisch von der SAWADI aus geangelt, einen Horse-Eye-Jack, ca. einen halben Meter lang! Das hat wohl auch die zwei Ammenhaie auf die Bühne gelockt.
Na, und dann habe ich etwas Übermütiges und auch Doofes gemacht.
Der Horse-Eye-Jack lag noch in meinem Dingi und ich dachte mir, ich halte den Fisch ein bisschen ins Wasser und spiele mit dem Hai.
Er war auch ganz angetan von meinem Fisch und kam immer wieder langsam ran und versuchte den Fisch zu schnappen.
Dieses Rumgeplänkel ging einige Zeit, bis er den Fisch fest am Kopf packte und verständlicherweise nicht mehr loslassen wollte.
Ich hielt den Fisch am Schwanz fest aber nach kurzem Tau- bzw. Fischziehen hat der Hai gewonnen und zog sein neues Abendessen über die Siegerlinie unter Wasser.
Er hat mich mit seiner Schwanzflosse noch kräftig nassgespritzt und ist dann mit heftigem Kopf-hin-und-her-werfen samt meinem Horse-Eye-Jack abgetaucht!

Na, immerhin hat mir dieses Intermezzo die Fisch-Filetierungs-Arbeit erspart und mal wieder ein rein vegetarisches Abendessen ist auch nicht schlecht.
Aber das Beste ist, dass die Kim von der Anthyllide alles mit der Videokamera aufgenommen hat, yeahhh!
Das Video kann ich dann irgendwann mal meinen noch ungeborenen Enkelkindern vorspielen, jou!

Soviel für heute,

besitos aus dem Paradies,

Steffo y Flecky

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Sonntag, 24. Mai 2009

Neue Handynummer f. die SAWADI: 00507-60738776

Standort der SAWADI: vor Anker in den zentralen Holandes-Cays / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°36,00 W 078°43,00

Hi all,
ich habs Euch noch gar nicht erzählt, aber letzte Woche wurde mir mein Handy gestohlen.
Wir waren alle beim Free-Diving unterwegs und als wir mittags zu unseren Booten zurückkamen, musste ich feststellen, dass jemand in der Zwischenzeit an Bord gewesen war und mir mein Handy gestohlen hat.
Die SAWADI war zwar abgeschlossen, aber dummerweise hatte ich das Handy im Cockpit liegen lassen.

Jetzt hat mir Jim sein Zweithandy ausgeliehen und ich habe meinen Ersatz-Chip (diesmal von dem Provider DigiCel) eingesetzt.

Meine neue Nummer lautet ab sofort:

00507-60738776

Ich freue mich auf Eure Anrufe!

Bis denne aus der Shark-Alley,

Steffo y Flecky, 24.05.09

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Mittwoch, 20. Mai 2009

Hai-Geschichten - Teil 3 - Der ultimative H=?ISO-8859-1?Q?=F6?=hepunkt

Standort der SAWADI: vor Anker in den zentralen Holandes-Cays / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°36,00 W 078°43,00

Hi all,
vorgestern erlebten wir eine Hai-Show der Spitzenklasse!
Jim und ich waren mittags beim Free-Diving mit der Harpune und ich erwischte zwei mittelgrosse Schoolmaster-Snapper und Jim erlegte einen riesigen, 4 kg schweren Hammel-Snapper.
Nach dem Filetieren trafen wir uns alle zur Haifütterung auf der Anthyllide.
Zuerst schütteten wir die Fischinnereien und das mit Fischblut gesättigte Eimerwasser ins Meer - und dann warteten wir. Zwei Bier später entdeckten wir die ersten zwei Ammenhaie, wie sie gemächlich am Meeresgrund ihre Kreise zogen.
Dann band Scott die zwei kleineren Fischkadaver an eine dicke Leine und liess diesen Köder auf den Meeresgrund sinken. Gemächlich kreisten die Haie näher heran, Scott zog den Köder langsam zur Oberfläche und - welch Freude - die Ammenhaie folgten nach.
Sobald die beiden Ammenhaie an der Oberfläche waren, kamen das Foto-Shooting und die ersten Videoaufnahmen. Die Ammenhaie schlürften den Fischköder in ihr Maul und Scott konnte mit der Leine die Haie halb aus dem Wasser herausheben. Ultra-cool.

Und dann kam der Superstar, Mr. Reefshark, auf die Bühne.
Die Ammenhaie hielten respektvoll Abstand, als der schlanke, ca. zwei Meter grosse Riffhai langsam und vorsichtig den Fischköder umkreiste (Anm. der Red.: wir hatten mittlerweile den grossen Hammel-Snapper-Kadaver an die Leine gebunden).
Nach drei oder vier Umkreisungen, die ihn jedes Mal näher an den armlangen Köder heranbrachten, schnappte er sich mit einer schnellen Bewegung den Kadaver und wollte abhauen.
Bei laufender Kamera zog Scott ein bisschen an der Leine aber das mochte unser Hai überhaupt nicht. Mit einem schnellen Sprint und unter viel aufspritzendem Wasser machte er sich aus dem Staub, den Köder samt Leine immer noch im Maul.
Als das Ende der zwei Zentimeter dicken Leine erreicht war, spannte sich die Leine mit einem Ruck; die Aluminium-Reeling, an der die Leine festgebunden war, bog sich bedenklich nach aussen und mit einem Knall riss die Leine und der Hai samt Köder war verschwunden.

Die Fotos und das Video sind spitzenklasse geworden; sobald ich wieder Internetzugang habe, werde ich die besten Hai-Fotos und auch das Video auf meine Website stellen! Freut Euch schon mal drauf!
Bis dahin kann ich zur Einstimmung nur empfehlen, in die Videothek zu gehen und den Film "Deep Blue Sea" auszuleihen. Aber nehmt die "frei ab 18 Jahren"-Version, damit ihr die blutigsten Szenen in voller Länge und unzensiert geniessen könnt. ;-)

In diesem Sinne,

beste Grüsslies aus den zentralen Holandes-Cays,

Steffo y Flecky ;-)

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Samstag, 16. Mai 2009

Hai-Geschichten - Teil 2

Standort der SAWADI: vor Anker in den zentralen Holandes-Cays / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°36,00 W 078°43,00

Hi all,
es gibt neue Hai-Erlebnisse auf der SAWADI.
Vorgestern kam ich mit einem mittelgrossen Yellow Jack vom Fischen zurück. Aus Respekt vor den Haien war ich ausnahmsweise mit dem Dingi und einer Handleine unterwegs.
Kurz zuvor erzählte uns nämlich ein Einheimischer, Eduino, dass es vor einigen Jahren hier einen Haiunfall (Hauptdarsteller waren ein Riff-Hai und ein Kuna-Indianer) gegeben habe. Der Kuna habe harpuniert und dann kam der Riff-Hai und verwechselte wohl den blutenden, zappelnden Fisch mit den Armen des Kunas. Auf jeden Fall habe der Hai ihm den Arm am Ellbogen abgebissen. Der Kuna konnte noch mit seinem ausgehölten Baumstamm-Kanu bis zum nächsten Dorf paddeln (Anm. der Red.: wohl eher segeln, denn wie soll man mit nur einem Arm paddeln, hä?) und wurde dann nach P-City geflogen.

Auf jeden Fall hab ich nachmittags meinen Yellow Jack filetiert und die Fischabfälle über Bord geschüttet. Kaum zehn Minuten später war mein neuer Freund, der Riffhai, bei der SAWADI und umkreiste sie langsam. Leider war das Licht zu schlecht, um erkennbare Beweisfotos zu schiessen.
Aber die Geschichte ist noch nicht zu Ende, denn ca. zwei Stunden später, vom Hai war weit und breit nix mehr zu sehen, ging ich an meiner Badeleiter ins Wasser zum Duschen. Ich hatte sicherheitshalber meine Taucherbrille auf, und als ich mich, am Heck der Sawadi hängend, umschaute, kuck mir doch der Riffhai ungeniert in ca. vier Metern Entfernung beim Duschen zu.
Leute, glaubt mir, ich flog förmlich die Badeleiter hoch und stand dann nackt, laut fluchend und noch halb eingeseift an Deck.

Aber die Hai-Erlebnisse gehen noch weiter. Abends hatte ich meine Angelleine über Bord hängen, in der Hoffnung, einen Snapper beim Grundangeln zu erwischen. Aber es tat sich nicht viel und spät abends hatte ich total vergessen, dass die Angelleine noch im Wasser hängt.
Kurz vor acht Uhr abends, es war schon stockdunkel, schlug meine Angelrute an, und die Leine spulte sich wie rasend ab. Ich schaffe es gerade noch rechtzeitg, die Angelrute zu ergreifen und die Leinen-Bremse langsam zuzudrehen. Es war eine wahnsinnige Spannung auf der Leine und sie gab Geräusche wie eine hohe Gitarrensaite von sich. Aber ganz langsam konnte ich die Leine Meter um Meter aufrollen und nach ca. zehn schweisstreibenden Minuten trennten mich noch fünf Meter von dem Fisch. Mit meiner kleinen Stirn-LEDlampe konnte ich jetzt im dunklen Wasser die Umrisse eines Ammenhais erkennen. Also nix mit Snapper zum Abendessen.
Noch bevor ich die Angelleine weiter einrollen konnte, um die Leine möglichst nahe am Hai zu durchtrennen, machte der Hai eine lässige Kopfbewegung, die Leine riss direkt am Haken und der Hai entschwand - jetzt wie ich im Mund gepierct - zurück in die Dunkelheit.

Grüsslies aus Shark-City,

Steffo y Flecky, ;-)

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Dienstag, 12. Mai 2009

Hai-Geschichten

Standort der SAWADI: vor Anker in den zentralen Holandes-Cays / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°36,00 W 078°43,00

Hi all,
Jim ist aus Panama-City zurück und mit ihm kamen 72 Tafeln RitterSport-Schokolade, eine grosse Kugel Edamer-Käse und viele weitere Leckerlies an Bord!
Juhuuuu, der Schokoladen-Notstand ist offiziell beendet!

Vor zwei Tagen haben wir die Insel gewechselt und liegen jetzt knapp unterhalb des Aussenriffes in den zentralen Holandes-Cays.
Die ganze Gegend hier auf den Holandes-Cays ist ein einziges grosses Riff-System. In den östlichen Holandes-Cays gibt es zwei schöne Ankerplätze, aber da ist es immer ziemlich voll (meistens hängt dort die ganze amerikanische, pensionierte Seglergemeinde rum und macht Barbeque's und HappyHour-Treffs auf der östlichsten Insel; tatsächlich heisst die Insel mittlerweile Barbeque-Island!).
In den zentralen Holandes-Cays gibt es nur einen Ankerplatz, aber wenn man sich traut (so wie Anthyllide, Wonderland und die SAWADI), kann man ca. 2 km weit in das Riffgebiet reinfahren (naturalmente vorsichtig, denn überall ist es nur ca. 2-6 Meter tief und es gibt viele flache Stellen mit Korallenköpfen, die bis an die Oberfläche ragen) und dann kann man direkt hinter dem Aussenriff in glasklarem Wasser ankern. Und weit und breit keine andere Menschenseele. Einfach wunderbar.

Das einzig doofe an diesem Platz ist, dass es den Haien hier auch gut gefällt.
Bisher habe ich bei jedem Tauch- oder Schnorchelgang Haie gesichtet.
Meistens sind es "nur" die harmlosen Ammenhaie, obwohl die auch eine respekteinflössende Grösse von mayximal vier Metern erreichen können!
Gestern sind wir mit dem Dingi einen der "Kanäle" hier hochgefahren bis direkt ans Aussenriff und wollten dort ein bisschen mir der Harpune jagen. Aber immer wenn ich einen leckeren Snapper entdeckt hatte und zum Schuss ansetzen wollte, waren auch zwei Ammenhaie in meiner Nähe und haben mich interessiert beobachtet. Ich habe dann lieber doch kein Fischblutbad angerichtet und abends gabs dann eben kein Fisch, sondern nur Pasta mit schmackhafter Zucchini-Knoblauch-Zwiebel-Tomaten-Sauce!

Gestern abend hat Scott und Kim versucht, mit Fischabfällen Haie anzulocken. Hat auch prompt geklappt. Sie hatten eine alte Socke mit Fischresten gefüllt, an ein Seil gebunden und es kurz vor Sonnenuntergang ins Wasser geworfen. Prompt ist ein grosser Hai aufgetaucht (sie meinten, es war definitiv KEIN Ammenhai, wahrscheinlich ein Bullen-Hai) und hat sich den Socken geschnappt und wild daran gezerrt. War sehr amüsant anzusehen, wir Scott an Bord steht und am einen Ende des Seils zieht und der Hai am anderen Ende des Seils zerrte. Aber es zeigt einem auch, dass man spätnachmittags lieber nicht mehr ganz so sorglos im Wasser rumschwimmen sollte. :-O

Gerade eben kam ich von meinem Mittagsschnorchelgang zurück, und ich habe tolle Sachen gesehen.
Kaum bin ich vom Dingi ins Wasser geglitten, sehe ich zwei (so richtig) grosse Tarpons vorbeischwimmen. Der eine hatte locker eine Länge von zwei Metern! Tarpons sind aber harmlos, sie sehen nur ziemlich fies aus mit ihrem grossen, oberständigem Maul!
Kaum dreissig Meter weiter (ich hatte das Dingi an der Hand und liess mich von der Strömung durchs Wasser treiben) sehe ich zwei dösende Ammenhaie unter einem einzelnen Felsbrocken liegen und direkt daneben einen ca. 1,5 m grossen Zackenbarsch (vielleicht war es sogar ein Judenfisch, die bis zu 2,4 Meter erreichen können).
Und wenige Minuten weiter strömungs-abwärts sehe ich das Highlight meines Schnorchelgangs: wie aus dem Nichts taucht aus dem diffusen Blau direkt unter der Oberfläche ein bläulich-grauer Schatten auf und umkreist langsam das treibende Dingi und mich. Bei seiner zweiten Umkreisung ist der Hai schon deutlich näher und ich identifiziere ihn als einen ausgewachsenen Schwarzspitzen-Hai. Obwohl der lt. meinem Fisch-Buch als gefährlich angesehene Hai bestimmt nur neugierig auf mich ist, ziehe ich es jetzt doch lieber vor, zurück ins Dingi zu krabbeln und meine Hai-Watching-Tour für heute zu beenden. ;-O

Soviel für heute, ich hoffe, ich habe beim nächsten Blog noch alle Gliedmassen dran.

In diesem Sinne,

Besitos aus den Holandes-Cays,

Steffo y Flecky ;-)

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Freitag, 8. Mai 2009

Schokoladen-Notstand und Begegnung mit einem alten Feind...

Standort der SAWADI: vor Anker auf den westl. Lemon-Cays / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°33,00 W 078°54,00

Hi all,
auf den Lemon-Cays ist der Schokoladen-Notstand ausgebrochen.
Vor zwei Wochen habe ich meine letzte Tafel Ritter-Sport aufgegessen und seitdem ist die SAWADI schokoladen-frei, uaaahhh!
Aber Nachschub ist in Sicht, denn Jim von der Wonderland ist zur Zeit in Panama-City zum Einkaufen und um seine Aufenthaltsgenehmigung um weitere drei Monate zu Verlängern.
Vor einer Woche hat er mir die Beaufsichtigung der Wonderland übertragen und ist mit dem Jeep von Carti nach Panama-City und von dort mit dem Überlandbus weiter zur Grenze nach Costa-Rica gereist. Normalerweise muss man das Land für mind. 72 Stunden verlassen, um bei der Wiedereinreise eine dreimonatige Verlängerung des Visums zu erhalten, aber mit ein bisschen Schmiergeld an der Grenze (80 US) lässt sich die ganze Prozedur lt. Jim auf 20 Minuten verkürzen. ;-)
Jetzt zieht er gerade kreuz und quer durch Panama-City um seine, meine und Anthyllide's lange Einkaufslisten abzuarbeiten.
Und auf meiner Liste stehen ganz oben "60-80 Tafeln Ritter-Sport", dicht gefolgt von Olivenöl und Duschgel!

Meine Aufenthaltsgenehmigung für Panama ist gestern auch abgelaufen, aber Ricardo, der Immigration-Officer auf Porvenir, sagte mir letzte Woche, dass ich diese Woche nochmal vorbei kommen soll und dann kann er mir "helfen". D.h. ich kann mir hoffentlich das lästige und zeitraubende "Land verlassen" ersparen.
Ich habe ihm in meinem besten spanisch eine herzerweichende Story erzählt, dass ich ja alleine auf dem Boot sei, eine sensible Katze an Bord habe und niemanden kenne, der auf die SAWADI aufpassen kann.
Besonders die Katzen-Geschichte hat ihn wohl berührt und er meinte, ich solle in ein paar Tagen wiederkommen, dann seien weniger Leute um ihn herum und dann könne er mir meinen Stempel in meinem Ausweis geben.
Na hoffentlich geht das heute alles glatt. In ein paar Stunden werde ich nach Porvenir rüberfahren und Ricardo treffen.

Mein alter Feind, die SINGER-Nähmaschine wurde gestern auch wieder mal ausgepackt. Seit einiger Zeit habe ich 10 laufende Meter Sunbrella-Stoff an Bord und damit muss ich mir dringend ein neues Sonnensegel nähen, da sich mein altes Cockpit-Sonnensegel mittlerweile auflöst und auch nicht mehr dicht ist.
Daher bekam ich gestern abend einen ersten "Nähmaschinen-Anfängerkurs für Dummies und Männer" von Susi (von der SY Geisha) und jetzt kann ich immerhin schon den Ober- und Unterfaden einfädeln, kenne den Unterschied zwischen einer Raupennaht und einer geraden Naht und die Begriffe "Kettenstich", "Spulenkapsel" und "Presserfussdruck" klingen nicht mehr wie klingonisch.

Besitos aus dem Paradies,

Steffy y Flecky :-)

PS: Aus Verzweiflung habe ich vorgestern mein heiliges Nutella-Glas geöffnet und gönne mir jetzt jeden abend zwei (oder auch drei) Löffel voll Nutella! ;-)

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Sonntag, 19. April 2009

Fred Feuersteins Insel und Kiteboarding-Tag Nr. 3

Standort der SAWADI: vor Anker westl. v. Nabadup / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°29,00 W 078°43,00

Hi all,
ich habe die SAWADI bewegt!
Nach drei Wochen vor Anker auf Salardup konnte ich mich endlich aufraffen und den Anker hochziehen.
Die Segelyacht Wonderland und Anthyllide brachen einen Tag vorher auf und ich folgte gestern nach.
Obwohl der eigentliche Trip nur eineinhalb Stunden gedauert hat, sind die Aufbruchs-Vorbereitungen und die Ankomm-Nachbereitungen die Dinge, die mich immer vom Weitersegeln abhalten.
Da muss
-das grosse Sonnensegel, das über die halbe Sawadi gespannt ist, abgebaut, zusammengelegt und irgendwo sinnvoll verstaut werden
-der schwere Dingi-Aussenborder muss mit Hilfe des Besanbaumes und einem Flaschenzug an Bord gehievt werden und an der Heckreling verstaut werden (denn obwohl es nur ein paar Meilen sind, ist es immer schlechte "Seemannschaft", wenn man das Dingi MIT Aussenborder hinterherzieht)
-die Solarpanels, die an der Reling aufgestellt sind, unter Deck verstaut werden
-die grosse PanaGas-Propangasflasche muss abgestöpselt werden und an Deck festgezurrt werden, da ich ansonsten nicht an den Ankerkasten rankomme
-unter Deck alles schaukelsicher verstaut werden und ausserdem hasse ich es, wenn beim Segeln schmutziges Geschirr im Spülbecken lautstark hin- und herschaukelt
-die Schleppangel bereit gemacht werden und ein vielversprechender Köder (diesmal wars ein pink-blauer Octopus mit Edelstahl-Doppelhaken) ausgewählt werden
-das Navigationsprogramm "MaxSea" angeschaut werden und eine Route festgelegt werden
-zu guter Letzt ins Wasser gesprungen werden und mit der Bürste der Propeller von Bewuchs gereinigt werden und das Sumlog (das ist ein kleines Flügelrädchen, welches einem die Geschwindigkeit durchs Wasser anzeigt) gängig gemacht werden. (Anm. der Red.: Hmmm, dieser Teil der Vorbereitung ist eigentlich ganz erfrischend!).

Jou, da sind gleich mal zwei Stunden rum, bevor man überhaupt daran denken kann, die schwere Kette und den Anker aus Ermangelung einer elektrischen Ankerwinsch bzw. einer starken Freundin per Hand hochzuziehen (Anm. der Red.: Jawohl, echte Segler ziehen ihren Anker noch per Hand hoch, grinzzz).

Das Segeln selbst ist dann eigentlich ganz nett und entspannend, aber sobald der Haken am neuen Ankerplatz im Wasser ist, kommen die Ankomm-Arbeiten dran (siehe obige Liste).

Anyway, jetzt bin ich seit zwei Tagen hier auf dem idyllischen Nabadup und ich kann mir nicht helfen, für mich klingt der Name wie der Lustschrei von Fred Feuerstein (NabbaDabbaDuuu). ;-)

Seit heute nacht ist auch der Nordost-Wind zurück und bläst mit herrlichen 15-20 Knoten! Ideal zum Kiteboarden!
Heute morgen nach dem Panama-Netz (welches täglich um 8:30 Uhr auf der Frequenz 8107 kHz von Seglern für Segler zu hören ist) ging's also zusammen mit Jim, meinem treuen Assistenten, an den Nabadup-Strand und wir bauten zusammen meinen Kite auf.
Dieses Mal war der Wind definitiv stark genug und ich bin rasant hin- und hergekitet.
Nur mit dem "Höhe-Laufen" klappts noch nicht so ganz. Folglich bin ich immer weiter von unseren geankerten Yachten abgetrieben und nach ca. zwei Stunden munterem Kiteboarden war ich fast zwei Kilometer unterhalb unserer Boote, schon ziemlich nahe am Festland.
Langsam liessen meine Kräfte nach und ich überlegte mir schon, wie ich mir mit dem Kite ein Zelt für die Nacht im Festlands-Dschungel bauen könnte, aber da kam auch schon mein Retter Jim im Dingi angedüst und hat mich wieder zurückgeschleppt zur SAWADI.

Danach war ich sooo platt, dass ich erstmal eine ausgiebige Siesta abhalten musste. Eine zweite Runde Kiten am Nachmittag musste ich leider ausfallen lassen.
Aber macht nix, Zeit spielt ja keine Rolle. Morgen ist auch wieder ein Tag, oder?

In diesem Sinne,

Grüsslies aus dem Paradies,

Steffo y Flecky

Mittwoch, 15. April 2009

Weiterer Kiteboardversuch und algig schmeckende Fische...

Standort der SAWADI: vor Anker auf Salardup / westl. Naguargandup-Chain / SanBlas-Archipel /Panama
GPS-Position: N 09°30,00 W 078°48,00

Hi all,
trotz schwacher Winde hab ich es vor zwei Tagen wieder einmal gewagt, mit dem Kite aufs Wasser zu gehen.
Es wehte eine nette Brise von ca. 15 Knoten und das reicht normalerweise für meinen 12qm grossen Kite aus, um mit dem Board ins Gleiten zu kommen.
Es klappte auch ganz gut und ich konnte ein paar Dutzend Meter dahingleiten, bevor der Wind wieder schwächer wurde und ich samt meinem Board langsam wieder ins Wasser zurücksank. Mist. Danach ging nix mehr, der Wind wollte nicht mehr und ich kam nur noch bis auf Kniehöhe aus dem Wasser raus. Dann wurde der Wind so schwach, dass sogar der Kite nicht mehr fliegen wollte und langsam auf die Wasseroberfläche niedersank.
Mittlerweile war ich ziemlich weit abgetrieben worden und Jim musste mich mit dem Dingi rausfischen und zurück zur Insel bringen.
Na, anyway, ich weiss jetzt dass es klappt und sobald der Wind wieder stark genug ist, werde ich wieder mit den Rochen um die Wette sausen.

Gestern war ich endlich auch einmal beim Spearfischen erfolgreich. Zumindest hat sich Flecky sehr gefreut, als ich mit zwei mittelgrossen Chobs (keine Ahnung, wie die Fische auf deutsch heissen, sehen aus wie 'ne Mischung aus Grunzer und Schnapper) nach Hause kam.
Getroffen hab ich die beiden in ca. 12 Metern Tiefe am Aussenriff vor Salardup.
Mir wurde es schon langsam kalt im Wasser und da kam gerade in rechten Augenblick dieses Rudel von Chobs vorbei. Zu der Gruppe hatten sich auch ein paar leckere Jacks (Stachelmakrelen) gesellt, auf die ich es eigentlich abgesehen hatte. Aber als ich dann endlich auf 12 Metern ankam, waren die Chobs die einzigen, die mich neugierig umkreisten. Die Jacks hielten sich auf Distanz.
Tja, unter Wasser kann zu grosse Neugierde den spontanen Harpunen-Tod bedeuten. So geschehen mit den beiden unglücklichen Chops.
Ich hab sie dann schön filetiert und mir abends ein kleines Stück in der Pfanne angebraten. Aber so richtig lecker schmeckten sie nicht, eher ein bisschen algig und grünlich.
Also nicht unbedingt der beste Speisefisch, aber Flecky mag die Chobs und somit steht Fleckys Speisekarte für die nächsten Tage fest: Frühstück: Chob ; Mittagessen: Chob ; Abendessen: Chob.

Soviel für heute,

Grüsslies aus dem Paradies,

Steffo y Flecky

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Mittwoch, 8. April 2009

Easy-going auf Salardup

Standort der SAWADI: vor Anker auf Salardup / westl. Naguargandup-Chain / SanBlas-Archipel /Panama
GPS-Position: N 09°30,00 W 078°48,00

Hi all,
und wieder sind fast zwei Wochen vergangen seit meinem letzten Blog.

Was bisher geschah:
Da die Wilma wieder eine leichte Diahrroe bekam, sind wir vorletzten Sonntag vorzeitig nach Carti gesegelt. Wilma nahm dann am Montag früh einen Jeep nach Panama-City, um einen abschliessenden Bluttest im Krankenhaus machen zu lassen und auch um wieder ihre eigenen Wege zu gehen.
Am Montag bin ich, nachdem ich in Carti meine Wassertanks aufgefüllt habe, einhand zurückgesegelt nach Salardup.
Jim und Scott hatten mittlerweile einige Fische geschossen, sodass es am Montag abend ein kleines Geburtstags-Abendessen auf der Wonderland gab. Lecker!
Die letzten Tage standen dann ganz im Zeichen von Relaxen, Spearfischen, Boot aufräumen und viel Schlafen.

Gestern kam der Veggie-Man vorbei und ich konnte mit ein paar Äpfeln, Tomaten, zwei Ananas und Eiern meinen Obst- und Gemüsevorrat aufstocken.

Heute weht mal wieder ein schöner Wind, nachdem es die letzten Tage eher windstill war. Wobei die Windstille den Vorteil hat, dass das Meer ebenfalls glatt wird und man leicht am Aussenriff schnorcheln und harpunieren kann.
Die heutige Brise hat ein österreichisches Seglerpärchen mit ihrem Kiteboard an den Strand gelockt. Er versucht gerade, ihr das Kiteboarden beizubringen. Sehr lustig! Na, mal sehn ob ich mich mit meinem Kite endlich auch mal aufs Wasser wage. ;-)

Grüsslies aus dem Paradies,

Steffo y Flecky, 08.04.09

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