Donnerstag, 31. Dezember 2009

Mit einem Rettungsboot übers Meer

Standort der SAWADI: vor Anker auf Salardup / SanBlas / Panama
GPS-Position: N 09°30,00 W 078°48,00

Hi all,
mit Überraschung habe ich heute festgestellt, dass seit meiner Ankunft in Panama fast ein Monat vergangen ist.
Auch mein letzter Blog liegt schon über drei Wochen zurück.
Mittlerweile ist auch Weihnachten vorbei und wenn ich nicht aufpasse, dann saust auch NeuJahr unbemerkt vorbei.
Im folgenden schreibe ich eine kleine Zusammenfassung der Ereignisse des letzten Monats.

Was bisher geschah:
Cappucino-Delfine - in den beiden Wochen, da ich in den Coco Bandero Cays vor Anker lag, hatte ich eines morgens einen sehr seltenen Ausblick aus meinem Kombüsenfenster.
Gerade beim Cappucino-Zubereiten schaute ich halbverschlafen aus dem Fenster und da sehe ich direkt neben der SAWADI zwei Delfine auftauchen und gemütlich durch die Ankerbucht schwimmen.
Und am nachmittag, ich sitze wieder mit einem Cappucino im Cockpit, kommen die beiden Delfine schon wieder vorbei. Daher nenne ich dieses Erlebnis "Cappucino-Delfine".

Rettungsboot mit Motorrad-Antrieb - zwei verrückte junge Australier kamen auf die abenteuerliche Idee, ihre Motorrad-Tour von Südamerika bis Alaska auch durch das karibische Meer nicht unterbrechen zu lassen.
Und da es keine Strasse gibt von Kolumbien nach Panama, haben die beiden Australier zusammen mit ihrer bolivianischen Freundin kurzerhand ein ausgedientes Rettungsboot gekauft, ihre Motorräder eingeladen, den Antrieb der Motorräder umgebaut, damit sie den Propeller antreiben und sind trotz einem anfänglichen Auslaufverbot seitens der kolumbianischen Sicherheitsbehörden in See gestochen.
Sie kamen auch tatsächlich bis kurz vor die panamesische Küste - aber dann fiel wegen diversen mechanischen und korrosionsbedingten Problemen ihr Antrieb aus und sie mussten sich mit Paddeln an die Küste retten. Sie strandeten sehr weit südlich in Isla Pinos, von wo aus es immer noch keine Strasse hoch nach Zentralpanama gibt.
Meine beiden schwedischen Einhandsegler-Freunde Bieriel und Daniel schleppten sie dann ein Stück die Küste entlang hoch. Zwischenzeitlich konnten die drei Abenteurer ihren Motorrad-Propeller-Antrieb wieder in Gang bringen und versuchten anschliessend aus eigener Kraft ihren Weg fortzusetzen. Aber schon nach wenigen Meilen bei hohem Seegang und Gegenwind fielen die mittlerweile stark angerosteten Motorräder wieder aus. Die völlig verrosteten Ketten sprangen ständig vom Zahnrad herunter und das Rettungsboot füllte sich zusehends mit überkommendem Wasser (Anm. der Red.: Die verrostete elektrische Bilgenpumpe fiel schon lange vorher aus und wurde durch Eimer-Schöpfen ersetzt).
Auf jeden Fall trieben sie wieder zurück zur riffübersähten Küste und warfen schliesslich kurz vor dem Zerschellen am Riff ihren Anker ins Meer. Aber dummerweise haben die drei Doofies vergessen, die Ankerkette auch am Boot festzubinden. So plumpste der Anker samt Kette ins Meer und verschwand auf Nimmerwiedersehn.
Zum Glück hatten sie kurz zuvor über Funk einen Rettungsruf abgesetzt und ein anderes Segelboot kam ihnen in letzter Sekunde zur Hilfe und schleppte sie in die nächste Ankerbucht.
Irgendwie haben die Australier es dann doch noch geschafft - teils aus eigenem Antrieb, teils liessen sie sich abschleppen - und erreichten schliesslich auch meine Ankerbucht im Westen der SanBlas.
Ein paar Tage danach schleppte Bieriel mit seiner Segelyacht Nika das "Motorrad-Boot" bis nach Carti, wo es endlich wieder eine Strasse gab. Sie liessen das Rettungsboot zurück, setzten ihre Motorräder wieder in Stand und kamen gut in Panama-City an.
Die Website ihrer Abenteuer findet ihr unter www.FourStrokeOfLuck.com. Ich bin nicht sicher, ob die Adresse korrekt ist, aber wenn ihr z.B. bei Google nach den Wörtern "FourStroke" und "Luck" sucht, müsstet ihr die Website der verrückten Australier eigentlich finden. ;-)

Weitere erwähnenswerte Ereignisse gab es in den letzten Wochen nicht. Ich gehe fast täglich mit meiner Harpune auf Abendessen-Jagd - mittlerweile fast immer erfolgreich - und geniesse täglich das warme Klima und das karibische Meer, während in Deutschland die Kälte und der Weihnachtswahnsinn herrscht. ;-)

In diesem Sinne wünsche ich allen ein abenteuerreiches, lustiges und gesundes Neues Jahr 2010 und mögen Euch allen nie die Haare ausgehen! :-)

Besitos,

Steffo y Flecky, an Bord SY SAWADI, 31.12.2009, Panama

Foto des Tages:
Mit diesem kleinen Rettungs-Motorrad-Böotchen haben die drei Abenteurer die 180 Meilen zwischen Cartagena und Panama zurückgelegt. Voll krass!

Montag, 7. Dezember 2009

Spontane Abreise und spannende Ankunft in Panama

Standort der SAWADI: vor Anker in Cartagena / Kolumbien
GPS-Position: N 09°31,00 W 078°37,00

Hi all,
ich bin zurück im Paradies!!
Vorgestern früh um 02:30 Uhr fiel bei Vollmond mein Anker ins klare Wasser der Coco Bandero Cays!

Das Timing für meine Ankunft hier in den riffübersähten SanBlas-Inseln war etwas ungeschickt, da meine Abfahrt von Cartagena ziemlich ungeplant und abrupt geschah.
Nachdem ich letzte Woche drei Tage lang meinen Dieseltank ausgepumpt, leergewischt, den alten Diesel zweimal gefiltert und wieder zurückgefüllt hatte, dabei eine mega Diesel-Sauerei auf der SAWADI angerichtet hatte, über und über mit Dieselschmiere bedeckt war und selbst Flecky schon sein Köfferchen gepackt hatte, um die nach Dieseldämpfen riechende SAWADI zu verlassen, setzte ich nach zweimaligem Verschieben meinen Abfahrtstermin schliesslich auf letzen Donnerstag fest
Geplant war, erstmal nur zwanzig Meilen nach Süden zu segeln, zu den hübschen Rosario-Inseln, um dort nochmal ein paar Tage zu relaxen und die SAWADI seeklar zu machen für die knapp 200-Meilen-Überfahrt nach Cartagena.

Doch, oh weh, kaum war ich ausserhalb der Cartagena-Bucht, fing meine Motor-Drehzahl schon wieder zu schwanken an und ich musste befürchten, dass mir der Motor schon wiederum ausfällt - diesmal vielleicht mitten bei der Riffdurchfahrt in die Rosario-Inseln.
Daher beschloss ich kurzerhand, meinen Kurs auf West-Süd-West zu ändern und direkt zu den Coco-Bandero-Cays zu segeln. Ich dachte mir, wenn ich jetzt schon wieder den Motor reparieren muss, dann soll es wenigstens in einer schönen Umgebung geschehen (Anm. der Red.: Fahrtensegeln bedeutet eh, dass man an den schönsten Plätzen der Welt ständig sein Boot repariert).
Die Entscheidung war getroffen, ich stoppte meinen Motor, solange er noch lief und daher hoffentlich auch wieder ansprang, setzte alle Segel und schipperte zunächst langsam mit wenig Wind in Richtung Panama.
Der Wind wurde schnell zu einer stetigen Brise, die SAWADI sauste dank ihres neuen, sauberen Unterwasserschiffes munter über die leider ebenfalls höher werdenen Wellen dahin.
Die Überfahrt selbst war bis auf zwei Ereignisse problemlos.
Am frühen Abend wurde ich von einem grösseren Schiff direkt voraus angefunkt, ich solle dringend meinen Kurs ändern, da das Schiff seismische Messungen durchführe und ein vier Meilen langes Messkabel hinterherschleppe.
Das andere Ereignis war ein grosser Frachter, der direkt von hinten auf mich zukam und keinerlei Anstalten zu einem Ausweichkurs unternahm. Es war mittlerweile stockfinster, der Mond war noch nicht aufgegangen, das Anrufen des Frachters via UKW-Radio blieb unbeantwortet und auch das Anleuchten meiner Segel mit meiner starken MagLite-Taschenlampe zeigte keinerlei Reaktion von Seiten des Frachters. Erst wenige hundert Meter hinter mir - ich war schon fast einer Panik nahe und wollte gerade die SAWADI hart nach Steuerbord herumreissen - änderte der Frachter endlich seinen Kurs und brauste in ca. 150 Meter Entfernung an mir vorbei. So ein Arsch!!! ;-)

Durch meine spontane Entscheidung, direkt nach Panama zu segeln, kam ich voraussichtlich mitten in der Nacht an. Und da ich nicht wusste, ob meine Maschine beim Ankermanöver ansprang, meldete ich mich morgens in der Panama-Kurzwellen-Funkrunde (Anm. der Red.: Panama-Connection-Net, 8107 Mhz USB, täglich um 13:30 UTC) und avisierte, dass ich wahrscheinlich mitten in der Nacht ohne verlässlichen Motor mitten in das Riffgebiet der Coco-Bandero-Cays reinsegeln werde.
Ich glaube, bis zum Abend wusste die ganze Seglergemeinschaft in den SanBlas Bescheid, dass die SAWADI im Anflug bzw. Sturzflug war.
Die in den Coco-Bandero-Cays geankerten Segelboote wurden informiert und mehrere Segelboote (darunter die Mariposa und NautiBär) hielten mit mir Funkkontakt und blieben auf UKW-Empfang, falls ich beim Einlaufen in die Ankerbucht Probleme bekommen sollte.
Aber alles ging gut, der Wind und auch die Wellen nahmen in der Nacht deutlich ab, und bei strahlendem Vollmond manövrierte ich die SAWADI mit glücklicherweise funktionierendem Motor in die Ankerbucht rein und liess erschöpft meinen Anker ins Wasser platschen.

Die letzten beiden Tage verbrachte ich mit Ausruhen, (endlich wieder) Schwimmen und dem mühseligen Verstauen der Unmengen von Lebensmitteln, die ich in Cartagena noch kurz vor der Abfahrt eingekauft hatte.

Mal schaun, vielleicht gehe ich nachher noch mit der Harpune auf die Jagd, um endlich wieder frisch erschossenen Fisch zu essen. Flecky würde das sicherlich auch begrüssen!!! ;-)

In diesem Sinne.

beste Grüsslies aus dem Paradies,

Steffo y Flecky

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Sonntag, 29. November 2009

...und Leichen pflasterten seinen Weg.

Standort der SAWADI: vor Anker in Cartagena / Kolumbien
GPS-Position: N 10°24,00 W 075°33,00

Hi all,
ich bin zurück aus der Hölle!!
Nach acht Tagen in der Werft kam ich gestern nachmittag wieder gut am Ankerplatz vor der Altstadt an.
Acht höllische Tage focht ich einen ungleichen Kampf gegen eine riesige Übermacht von Mosquitos, musste zusehen wie die SAWADI täglich mehr einstaubte, war die ersten Tage von oben bis unten blau von der alten, abgeschliffenen Antifoulingfarbe, wurde die letzten Tage rot gesprenkelt von der neu aufgetragenen Antifoulingfarbe, und täglich brannte die kolumbianische Sonne erbarmungslos auf mein restliches, von den giftigen Antifoulingdämpfen noch nicht zerstörtes Gehirn. ;-)

Ok, ok, ganz so schlimm wars nicht (so im nachhinein betrachtet), aber es war eine extrem anstrengende Scheissendreck-Arbeit. ;-o

Aber vergeben und vergessen, ich bin wieder im Wasser, die SAWADI hat jetzt einen roten Bauch und die letzten zwei Mosquitos habe ich heute morgen mit dem Muckenbatscher (Anm. der Red.: für Nichtschwaben ist es eine Fliegenklatsche) zur Strecke gebracht.

Aber schon steht das nexte Projekt vor der Tür.
Mein Motor bzw. mein Dieseltank macht immer noch Probleme. Wie im letzten Blog berichtet, fiel ja mein Motor auf der Fahrt in die Werft aus, und ich baute daraufhin die Dieselleitungen so um, dass ich jetzt in meiner Bilge einen 20-Liter Kanister mit sauberem Diesel habe, in dem die Diesel-Zuleitung steckt.
Damit kam ich auch gut in der Werft an, aber als gestern die SAWADI zurück ins Wasser gesetzt wurde und ich den Motor anwarf, starb er nach wenigen Minuten schon wieder ab, obwohl er den sauberen Diesel aus meinem Kanister ansaugt.
Nach schweisstreibendem Entlüften der Maschine bei 36 Grad im Schatten fiel mir auf, dass eine Hohlschraube, die an der Dieselrückführleitung angebracht ist, aufgedreht war, so dass kein überschüssiger Diesel zurück in den Tank fliessen konnte. Nachdem die Schraube zugedreht war, lief mein Volvo-Penta wieder wunderprächtig.
Aber dummerweise habe ich am Vortag schon damit begonnen, den Dieseltank zu öffnen. Der Deckel meines Tankes ist schwer zugänglich unter dem Motor in den Kiel einlaminiert und der Deckel war fest mit Sikaflex bzw. Dichtungsmasse versiegelt.
Jetzt liegt mein Dieseltank offen und wenn man schon mal einen offenen Tank hat, sollte man ihn auch gleich reinigen.
Die nächsten zwei Tage werde ich also damit beschäftigt sein, meine restlichen 80 Liter Diesel auszupumpen, zu filtern, den Tank irgendwie auswischen und dann den Deckel wieder hermetisch auf den Tank zu montieren. Uaahhhhhh!!!!

Danach werde ich nochmal fett Lebensmittel bunkern und DANN gehts endlich wieder Richtung Westen zurück zu meinen Indianern ins Paradies!!!! Jippppiehhhh!

In diesem Sinne,

Grüsslies aus Cartagena,

Steffo y Flecky ;-)

Foto des Tages:
Die SAWADI hängt im Travellift

An den "Problem"stellen der SAWADI habe ich zuerst Primer-Farbe aufgetragen, damit das neue Antifouling besser haftet

Touch-Down - die SAWADI berührt nach einer Woche wieder ihr angestammtes Element

Sonntag, 22. November 2009

SAWADI steht an Land

Standort der SAWADI: an Land in Marina FerroAlquimar in Cartagena / Kolumbien
GPS-Position: N 10°22,00 W 075°30,00

Hi all,
beim zweiten Versuch hat es glücklicherweise geklappt, die SAWADI steht sicher an Land.
Der erste Versuch vor drei Tagen schlug leider fehl, da mir auf halbem Wege zwischen Ankerplatz und der Werft der Motor ausgefallen ist! :-(
Wir (Ingo vom Katamaran Vagabund und Holger vom Katamaran Vela) passierten gerade die enge Fahrrinne in der Bucht von Cartagena, haben noch lustig einem riesigen Kreuzfahrtschiff zugewunken, welches uns in ca. 30 Meter Abstand überholte, als plötzlich meine Motordrehzahl zu schwanken anfing und kurz darauf der Motor ganz ausging.
Startversuche blieben erfolglos und es näherte sich schon der nächste Riesenfrachter!
Der erste Gedanke war, die Coast-Guard anzurufen, um uns zum Ankerplatz zurückschleppen zu lassen, aber dann fiel uns wieder ein, dass wir ja eigentlich ein SEGELboot haben!
Also setzten wir die Segel und kreuzten im engen Fahrwasser zurück zum Ankerplatz.
Geankert haben wir dann auch unter Segel, so richtg lehrbuchmaessig, yeahh!

Aber dann ging die Fehlersuche los. Nachdem ich die Maschine entlüftet hatte, lief sie wieder probeweise eine Stunde einwandfrei.
Der nächste Werfttermin war jetzt für Freitag morgen angesetzt, aber als ich am Donnerstag abend nochmal den Motor testweise startete, lief er genau 5 Minuten und dann starb er wiederum ab.
Also habe ich alle Dieselleitungen untersucht, den Motor nochmal entlüftet, aber wieder das gleiche Ergebnis.
Mittlerweile war es 23 Uhr abends und ich wollte schon meiner Crew Bescheid geben, dass es wieder nichts wird, als ich einen letzten Versuch machte, indem ich die Dieselleitung am Tank abschraubte und den Ansaugschlauch direkt in einen 20-Liter Kanister reinsteckte.
Und siehe da, mein Volvo Penta schnurrte plötzlich wieder wie mein Flecky nach einem leckeren Fisch-Abendessen. :-)

Also sind wir am nächsten Morgen ohne Probleme bis zur Werft motort und seit zwei Tagen steht die SAWADI auf dem Trockenen.

Aber, oh weh, die vier Wochen im schmutzigen Cartagena-Wasser haben meinem Unterwasserschiff gar nicht gut getan, es war über und über mit pfenniggrossen Barnickels (Anm. der Red.: ich glaub auf deutsch heissen die Seepocken) überwuchert.
Die Werft hat keinen Hochdruckreiniger, um die Schiffe sauber zu spritzen, daher ging gleich mal der erste Tag damit drauf, das ganze Unterwasserschiff halbwegs sauberzukratzen.
Und da ich ja Schwabe bin, habe ich mir vorgenommen, die dreihundert Dollar fürs Abschmirgeln des alten Antifoulinganstriches und Aufpinseln von neuem Antifouling zu sparen und alles selber zu machen.
Leute ich sags euch, ich habe meine Geizigkeit heute schon einige Male bereut. Das Abschleifen der alten Antifoulingfarbe ist eine fett anstrengende und giftige Angelegenheit!
Uaahhhhhhh!!!!

Na mal sehn, ob ich mir am Montag nicht doch noch eine menschliche Abschleifmaschine besorge und mich mit der Überwachung des Arbeiters begnüge. ;-)


In diesem Sinne,
beste Grüsslies aus der Anrifouling-Hölle,

Steffo y Flecky, der mir munter vom Boot aus beim Abschleifen zukuckt und mir ständig ÄtschiBätschi-Grimassen dreht! ;-)


Foto des Tages:
Die SAWADI hängt am Travellift und wird zu ihrem Standplatz gefahren.

Sonntag, 15. November 2009

Neun Bier später...

Standort der SAWADI: vor Anker in Cartagena / Kolumbien
GPS-Position: N 10°24,00 W 075°33,00

Hi all,
gestern nacht war ich partying im Städtle.
Zusammen mit zwei anderen Einhandseglern, beide schwedisch, sind wir um die Häuser gezogen.
Auf einem der grossen öffentlichen Plätze war eine grosse Fläche eingezäunt und es gab eine OpenAir-Disco und diverse Food-Stände.
Der Eintritt war 9000 Pesos (3 Euro) für zwei Personen und dafür gabs sechs Bier der Marke Club Colombia gratis. Das ganze war eine Promotion-Party von der Club Colombia Brauerei.
Das war uns naturalmente egal, hauptsache billiges Bier, yeahhhh!
Wir haben uns dann auch prächtig zwischen hüftenschwenkenden Latino-Schönheiten amüsiert.
In der Schlange am Eingang wäre ich fast noch beklaut worden - ich spürte plötzlich eine blitzschnelle Hand, die versuchte, mir meinen Bootsschlüssel und meine Kondome aus der Hosentasche zu ziehen. Aber glücklicherweise habe ich schnell reagiert, mich umgedreht und dem vermeintlichen Dieb auf die Hand gehauen. Er tat dann ganz unschuldig und ist schnell wieder in der Menge verschwunden.
Mei, die Kondome hätte er ruhig haben können, ich konnte nach meinen insgesamt neun Biers eh kaum noch stehen. ;-)

Entsprechend gross war am nächsten Morgen dann auch mein Kater (Anm. der Red.: Nicht Flecky, auch kein Kätzchen, sondern mein Alkohol-Kater!)

In diesem Sinne,

Steffo und mein kleiner Kater Flecky ;-)

Foto des Tages:
Heute kein Foto, denn nach einer durchgezechten Nacht ist man nicht wirklich fotogen! :-o

Montag, 9. November 2009

Feuerwerke in Cartagena

Standort der SAWADI: vor Anker in Cartagena / Kolumbien
GPS-Position: N 10°24,00 W 075°33,00

Hi all,
hier mal wieder ein Mini-Blog aus Cartagena!

Abenteuermaessig tut sich gerade nicht sehr viel.
Ich bastel gemütlich am Boot rum und helfe nebenher irgendwelchen armen Seglern bei ihren Computerproblemchen.
Eines meiner grösseren Projekte ist die Entwicklung einer Website für einen Segler, der Familien-Charter in SanBlas anbieten möchte.
Die Arbeit macht Spass und es kommen dabei auch ein paar Dollars in die Bordkasse.

Nachts finden hier ständig Feuerwerke statt.
So auch gestern nacht, und mir ist sogar ein halbwegs unverwackeltes Foto gelungen.

In diesem Sinne,

Besitos aus Cartagena,

Steffo y Flecky, ;-)

Foto des Tages:
Feuerwerk über der Altstadt, geknipst vom Bug der SAWADI

Sonntag, 1. November 2009

Free-Mehl anstatt Free-Mail

Standort der SAWADI: vor Anker in Cartagena / Kolumbien
GPS-Position: N 10°24,00 W 075°33,00

Hi all,
vor einigen Tagen habe ich meine ComputerHilfs-Dienste auf dem täglichen Funknetz angeboten - und konnte seitdem auch schon dem einen und anderen Segler bei seinen Computer-Problemen helfen!
Eine meiner Hilfsleistungen wurde jedoch nicht bar bezahlt, sondern in Naturalien! :-)
Helmut und Hannelore von der SY Albatros hatten eine nicht mehr funktionierende Notebook-Tastatur und ausserdem Probleme, ihre WiFi-Antenne zu installieren.
Da ich nach getaner Arbeit eine Barzahlung mehr oder weniger verweigerte, luden Sie mich prompt zu einem Abendessen mit leckerem Brathähnchen, selbstgemachtem Kartoffelsalat und grünem Salat ein! Yummmy!!!

Und ausserdem bestanden Sie darauf, mir die Hälfte eines ganz besonderen Schatzes zu schenken: Helmut war es doch tatsächlich gelungen, bei einem lokalen Bäcker einen 25kg-Vollkornmehl-Sack zu erstehen! Wow!!
Man muss wissen, dass es in Kolumbien extrem schwierig ist, an Roggen- oder Vollkornmehl ranzukommen. Die Kolumbianer fressen hier alle nur weißes, ungesundes Weizenmehl. ;-)

Na, und daher wird es während des nexten halben Jahres bei mir an Bord nur noch gesundes Vollkornbrot geben, jippiehh!

In diesem Sinne,
Gruesslies aus Cartagena,

Steffo y Flecky

PS: Warum ham d' Araber koa Brot? Weil's ka Mehl ham! ***LOL***

Foto des Tages:
Steffo beim Umfüllen von 12,5 kg Vollkornmehl in ZipLock-Tüten. Wenn da mal nicht die Kokain-Drogenfahndung an Bord kommt. ;-)

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Drei Filter für den Volvo - und drei Bier für mich!

Standort der SAWADI: vor Anker in Cartagena / Kolumbien
GPS-Position: N 10°24,00 W 075°33,00

Hi all,
was für ein öliger Tag!

7 Stunden bin ich heute kopfüber im Motorraum gehangen und hab meinem guten alten VolvoPenta-Motor die versprochene Pflege gegeben.
Jetzt hat er zwei neue Racor-Dieselvorfilter, einen neuen Feinfilter und einen nagelneuen Impeller drin. Jipppiehhhh!
Der Impeller war jetzt über 1000 Motorstunden drin, und er sah noch aus wie neu. Mist, da hätte ich mir das Ausbauen und Auswechseln auch sparen können.

Aber lieber zu früh als zu spät wechseln, gell?

Dafür gabs heute abend für mich zur Belohnung ein paar Bierchen in der Altstadt. Prost!

Grüsslies aus Cartagena,
Mechaniker Steffo

Foto des Tages:
Steffo hat nach über zwei Stunden endlich den alten Impeller rausoperiert!

Das Radar lebt - das GPS ist tot...

Standort der SAWADI: vor Anker in Cartagena / Kolumbien
GPS-Position: N 10°24,00 W 075°33,00

Hi all,
bin immer noch im Internet-Rausch.
Und es ist einfach viel verlockender, gemütlich im Salon zu liegen, mit dem Lappi aufm Schoss und dem angezapften WiFI vom Club Nautico - als meinem Motor die verprochene Pflege angedeihen zu lassen.
Immerhin hab ich in den letzten zwei Tagen mein kaputtes Radar reparieren können (nach langem Suchen und Testen war das Problem wohl doch nur ein korrodiertes Stromkäbele). Aber sowas muss man erstmal rausfinden. Puhh.
Dafür ist mein altes, eingebautes GPS-Gerät nun endgültig tot. Nachdem ja schon seit fast einem Jahr die Antenne defekt war, lässt es sich jetzt nicht mal mehr einschalten. :-(
Aber ich hab ja noch mein Hand-GPS und meine GPS-Maus für den Computer, also alles halb so schlimm.

So, jetzt werde ich mich mal zwingen, mein heutiges selbstauferlegtes Online-Verbot durchzusetzen und mich dem Filter- und Impellerwechsel meines Motors widmen.

So long,

beste Grüsslies aus Cartagena,

Steffo y Flecky ;-)

Foto des Tages:
Steffo prüft alle Käbelchen des Radarantennenkabels auf eventuelle Kurzschlüsse

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Eine GUTE Woche in Cartagena

Standort der SAWADI: vor Anker in Cartagena / Kolumbien
GPS-Position: N 10°24,00 W 075°33,00

Hi all,
oh wie schön war Panama - oh wie schön ist es aber auch in der Zivilisation.

Vor allem das Internet hat es mir mal wieder angetan.
Endlich konnte ich
-neue Bilder online bringen,
-meine Kontoauszüge abrufen,
-viele neue Bücher als pdf-Files runtersaugen,
-neue Visitenkarten (Anm. der Red.: natürlich Gratisvisitenkarten von www.vistaprint.de) bestellen,
-meine über 4000 neuen eMails runterladen und ausmisten,
-bei eBay viele tolle Dinge ersteigern (neuer Akku und neues 12V-Ladeteil für meinen Laptop, Tupperschüsseln, externe Festplatten, ein weiteres Paar meiner geliebten TEVA-Trekking-Sandalen, usw.)
-und vor allem ausgiebig mit alten und auch neuen Freunden skypen und chatten. ;-)

Und was treibe ich sonst so - ausser wie verrueckt im weltweiten Netz rumsufen??
Hmmm, momentan nicht sooo viel. ;-(

Mein Internet-Flash lässt jedoch langsam wieder nach und spätestens nächste Woche muss ich mich voll auf das Besorgen von diversen Ersatzteilen fürs Boot konzentrieren.

Aber heute noch nicht....schnell noch ein bisschen rumsurfen, solange mein WiFi-Zugang hier an Bord so gut flutscht....jippy-a-hooooo!!


In diesem Sinne,

Grüsslies aus dem schönen Cartagena,

Steffo y Flecky (der arme, vom Internet-Süchtling total vernächlässigte Kater) ;-)

Foto des Tages:
Ein seltener Anblick - die SAWADI hat alle Segel gesetzt!

Montag, 19. Oktober 2009

Neue SAWADI-Bilder sind online!!!

Standort der SAWADI: vor Anker in Cartagena / Kolumbien
GPS-Position: N 10°24,00 W 075°33,00

Hi all,
es gibt viele neue Bilder auf der SAWADI-Website zu bestaunen!
Ihr findet die Links im Navigations-Baum unter
Bilder –> Bonaire-Panama -> Panama 2
und unter
Bilder –> Bonaire-Panama -> Hi Hai

Oder ihr klickt hier direkt auf die folgenden Links:

http://www.sawadi.info//gallery/41/index.html

http://www.sawadi.info//gallery/42/index.html

Viel Spaß beim Fotos ankucken!

Steffo y Flecky, an Bord der SAWADI, Cartagena, Kolumbien, 19.10.2009 ;-)

Foto des Tages:
Das Wrack am Aussenriff der Coco Bandero Cays

Neue Telefonnummern für die SAWADI !!!

Standort der SAWADI: vor Anker in Cartagena / Kolumbien
GPS-Position: N 10°24,00 W 075°33,00

Hi all

ich musste mal wieder meine Telefonnummern wechseln (teils wegen Handydiebstahl und teils weil die Gültigkeit der Chipkarte abgelaufen war).

Hier ist meine neue Telefonnummer während ich mich in kolumbianischen Gewässern rumtreibe (gültig ab sofort bis voraussichtlich Mitte/Ende November 2009):

0057-3007530800

Und hier ist meine neue Telefonnummer, sobald ich wieder im Paradies (Panama) bin:

00507-60738776

Mit einer entsprechenden Call-by-call-Vorwahl kostet der Anruf weniger als 10 Cent die Minute. Kuckt dazu einfach auch mal unter www.billiger-telefonieren.de.

Flecky und Steffo freuen uns auf Eure Anrufe!!!

Liebe Grüsslies aus der UNESCO-Weltkulturerbe-Altstadt von Cartagena,

Steffo y Flecky, an Bord SY SAWADI / 19.10.2009

Vom Paradies zurück in die Zivilisation oder Warum ich das Segeln Scheisse finde

Standort der SAWADI: vor Anker in Cartagena / Kolumbien
GPS-Position: N 10°24,00 W 075°33,00

Hi all,
die Zivilisation hat mich wieder!!!

Vorgestern kam ich nach meinem 50-Stunden-Einhand-Segeltrip gut aber saumüde in Cartagena an. Und wie immer war ich geschockt von der Zivilisation, aber auch das ist ja keine Neuigkeit für Euch, oder? ;-)

Aber ich muss zugeben, die Zivilisation hat durchaus auch ihre positiven Seiten (gut gefüllte Supermärkte, Kneipen, Schokolade, wunderhübsche Kolumbianerinnen, ...)

Die Überfahrt selbst war eher ereignislos. Es gab kaum Wind, wenig Welle und mich erwischten nur zwei Regen-Squalls (Regen-/Gewitterböen). Mein "Flautenschieber" lief alles in allem über 35 Stunden, d.h. ich segelte effektiv nur 10 Stunden. Leider fiel mein elektrischen Autopilot immer wieder aus, so dass ich 'zig Stunden von Hand steuern musste. Entsprechend müde war ich dann auch bei der Ankunft. Geschlafen habe ich während dieser zwei Tage eh nicht viel bzw. ich habe zwar ständig gedöst, aber nie länger als 30 Minuten am Stück. Alle halbe Stunde ging ich an Deck, hielt Ausschau nach Schiffen auf Kollisionskurs, checkte meinen Kurs und legte mich dann wieder hin. Aber kaum war ich eingeschlafen, klingelte mein Handywecker und der nächste 30-Minuten-Check stand an. Also keine Chance, einen erholsamen REM-Schlaf zu erreichen.

Anyway, ich kam gut an und ich wurde wieder mal in meiner Überzeugung bestätigt, dass längeres Segeln einfach Scheisse ist. :-0
Es gab einige wenige Stunden, in denen ich das Segeln genoss - eine leichte Brise aus der richtigen Richtung, kaum Wellen, die Sonne scheint mir ausnahmsweise mal nicht auf die Glatze, usw. Aber die übrige Zeit hasste ich den Trip.

Die "normalen" Wochenendsegler finden natürlich Segeln klasse - kurz mal raus aufs Meer für ein paar Stunden am Samstag nachmittag, sportlich Gegenansegeln, ein fettes Grinsen im Gesicht, wenn einem die Gischt ins Gesicht sprüht.
Ist ja schön und gut, denn abends ist man wieder im sicheren Hafen, kann die salzigen Klamotten in die Waschmaschine schmeissen und in der nächsten Kneipe ein kaltes Bier zischen, sich was Leckers zum Abendessen bestellen und in Erinnerung an den tollen Segeltrip schwelgen.

Nicht so der (Einhand-)Fahrtensegler.
Er macht sich ständig Sorgen um sein Boot, das ja sein Zuhause ist. Seine salzige Wäsche muss er von Hand selbst waschen, unterwegs ein leckeres Essen kochen kann man bei dem Geschaukel ebenfalls vergessen, und Leute, geht doch mal nach einer durchgesteuerten, ekligen Nacht frühmorgens todmüde, hungrig und seekrank aufs Bordklo. Man kann das Fenster nicht aufmachen, weil dauernd Gischt übers Deck sprüht, es wird einem vom Geschaukel und der plötzlichen schlechten Luft im Klo noch übler, und dann kann man nicht mal cool auf den Spülknopf drücken, sondern muss sich über die fast überschwappende Schüssel beugen und alles von Hand abpumpen. Na, Prost Mahlzeit! :-)

OK, genug gejammert, ich wollt's ja genau so haben!
Der Trip ist vorbei und die nächsten paar Wochen bleibt die SAWADI definitiv hier in der Bucht von Cartagena vor Anker.
Die Einhand-Rückfahrt ins Paradies steht erst Mitte November auf meinem Plan.

In diesem Sinne,

Grüsslies aus dem schönen Cartagena,

Steffo y Flecky (übrigens der nutzloseste Erste Offizier an Bord) ;-)

Foto des Tages:
Hier in den wunderhübschen CocoBandero Cays verbrachte ich viele traumhafte Wochen!!!

Sonntag, 11. Oktober 2009

Bild vom Grouper...

Standort der SAWADI: vor Anker in den östl. Coco Bandero Cays / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°31,00 W 078°37,00

Hi all,

hier wie versprochen das Bild vom Leoparden-Zackenbarsch alias Yellowfin-grouper.

Sorry für die kleine Auflösung, aber selbst dieses kleine Bild dauerte schon über 15 Minuten zum Hochladen via Kurzwellenradio.

Grüsslies aus dem Paradies,

Steffo y Flecky

Samstag, 10. Oktober 2009

1 Grouper, 13 Leute und 1 Kater...

Standort der SAWADI: vor Anker in den östl. Coco Bandero Cays / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°31,00 W 078°37,00

Hi all,

heute gibt es mal wieder eine Fischgeschichte.

Es fing alles ganz harmlos an mit der Idee, zwischen dem Aussenriff und der nördlichsten der CocoBandero-Inseln ein bisschen rumzuschnorcheln und harpunieren zu gehen, da ich schon seit über einer Woche keinen Fisch mehr hatte.
Tags zuvor waren Jim und ich, da das Wetter sehr ruhig war, sogar ausserhalb des Aussenriff auf Jagd gegangen, aber ohne Erfolg.
Die Lust auf frischen Fisch war also ziemlich gross. Nur leider war ich die erste Stunde total erfolglos. Mehrere Schüsse gingen allesamt komplett daneben und nach einer Stunde wollte ich schon aufgeben, also ich dann doch noch einen Squid und einen kleinen Yellow-Jack erwischte.
Das war zwar nicht gerade üppig, aber es würde für ein Abendessen für mich und Flecky reichen.
Ich war schon wieder auf dem Rückweg zum Dingi, als ich zufällig einen recht grossen Grouper (Anm. der Red.: Grouper = Zackenbarsch; der grösste dieser Familie ist übrigens der Judenfisch (Jewfish), der bis zu 2,4 m gross wird!) zwischen den Felsen entdeckte.
Er hatte mich noch nicht gesehen, da sein Kopf unter einem Korallenblock verborgen war und nur der Körper sichtbar war.
Normalerweise sind Grouper ziemlich scheu und lassen ein "Harpunentier" nicht auf Schussweite an sich heran, aber dieser hielt wohl gerade seine Mittagssiesta und bemerkte mich nicht.
Ich dachte noch kurz, was ich mit so einem grossen Fisch überhaupt anfangen soll, aber dann gewannen die prähistorischen Jagdinstinkte die Oberhand und ehe ich mich versah, steckte mein Speer schon im Hinterkopf des Groupers. Er zuckte noch zweimal und lag dann still am Meeresgrund. Und das war gut so, denn innerhalb weniger Sekunden war schon ein Ammenhai zur Stelle und wollte wissen, was da vor sich ging. Als er aber keine zuckenden Bewegungen des Groupers mehr wahrnahm, verschwand er wieder.
Ich hatte meine liebe Mühe, den Grouper ins Dingi zu wuchten, und dann realisierte ich erst, dass das difinitiv der grösste Fisch war, den ich bisher geschossen hatte.
Eine spätere Fischbestimmung und Wägung ergab folgende Daten:
Es war ein Yellowfin-Grouper (Leoparden-Zackenbarsch) mit einem Gesamtgewicht von knappen 18 pounds (das entspricht ca. 8 Kilogramm).

Soviel Fisch konnte ich unmöglich in meinem Bauch und in meinem Kühlschrank verstauen, daher lud ich kurzerhand alle Yachten am Ankerplatz zu einem grossen Fisch-BarBeQue am Strand ein.
Abends kamen dann auch tatsächlich alle 7 Boote (mit so lustigen Namen wie "Bamboozle", "Blow me away", "Sandcastle",...) mit allen Personen, sodass mein Grouper an diesem Abend 13 Leute und einen Kater satt machte! ;-)
Zwei besonders schöne Filetstücke habe ich für mich behalten. Die werde ich mir heute abend schmecken lassen!

PS: Das Bild von meinem Grouper werde ich in den nächsten Tagen in meinen Website-Blog hochladen!

Beste Grüsslies aus dem Paradies,

Steffo y Flecky ;-)

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Sonntag, 27. September 2009

Robinson Flecky

Standort der SAWADI: vor Anker in den westl. Coco Bandero Cays / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°31,00 W 078°39,00

Hi all,

hier mal wieder eine kurze Zusammenfassung, was in den letzten sieben Tagen so passiert ist:

-zuerst das Wichtigste: ich habe die SAWADI bewegt. Sogar zweimal! Vor einigen Tagen habe ich die extrem lange Strecke von den Holandes-Cays nach Nargana zurückgelegt (12 Seemeilen!). ;-) Mir ging so langsam wirklich alles aus. Kein Mehl mehr, nur noch eine kleine Zwiebel, ein Päckchen Spaghetti, halbes Päckchen Reis, zwei schrumpelige Kartoffeln, kaum noch Sprit fürs Dingi, usw. Ich habe sozusagen meinen Aufenthalt in den abgelegenen centralen Holandes bis auf die letzte Minute vor dem Hungertod ausgereizt, yeah!
In Nargana konnte ich mich wieder mit Lebensmittlen versorgen, aber leider beschränkte sich das frische Gemüse- und Obstangebot auf Tomaten, Gurken und Äpfel.
Na ja, besser als nichts und irgendwann werde ich schon mal wieder das Gemüseboot von Heraldo treffen.

-mein zweiter Törn war nicht ganz so lang. Am nächsten Tag bin ich von Nargana raus auf die Coco Banderos motort. Fast 8 Meilen!) ;-)
Leider sind die westlichen Coco Bandero Cays ziemlich rollig und die SAWADI schaukelt munter auf und ab und hin und her. Würg!! Dafür ist ausser mir nur noch ein anderes Boot hier, die beiden Inselchen sind menschenleer und das Wasser ist kristallklar!

-Flecky wurde bei der Jagd auf eine Biene in die Pfote gestochen. Nach einem Tag Rumhumpeln (Anm. der Red: Das ist ja ein seltsames, lustiges Wort, Rumhumpeln, grinzzz) geht es ihm mittlerweile wieder prächtig!

-Flecky hat gestern seinen ersten Landausflug seit seiner Geburt gemacht! Ich habe ihn kurzentschlossen auf eine kleine Insel mit drei Palmen drauf mitgenommen. Die Insel ist ca. 20 Quadratmeter gross, und trotzdem ist der arme Kerl nie weiter als zwei oder drei Meter von mir weggegangen. Er hat zwar interessiert rumgeschnüffelt und sogar einen kleinen Sandkrebs ausgebuddelt, aber alle paar Sekunden hat er gecheckt, ob ich noch da bin. Er dachte wohl, ich will ihn als Robinson Flecky aussetzen. Grinzzz.

Beste Grüsslies aus dem Paradies,

Steffo y Flecky ;-)

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Sonntag, 20. September 2009

Heisser B=?ISO-8859-1?Q?=FC?=chertipp und scharfe Rezepte

Standort der SAWADI: vor Anker in den Central Holandes Cays / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°36,00 W 078°43,00

Hi all,

ich muss Euch enttäuschen, aber in den letzten vier Tagen habe ich leider keine ultraspannenden Abenteuer erlebt.

Vor zwei Tagen war es total windstill und selbst ausserhalb des Riffs war das Meer spiegelglatt. Daher haben Jim und ich uns aufgemacht, die Unterwasserwelt ausserhalb des schützenden Riffs zu erforschen.
Wir waren darauf vorbereitet, dort draussen riesigen Fischen, zähnestarrenden Haien und weiteren Seeungeheuern zu begegnen, aber nix wars.
Bis auf ein paar dösende Ammenhaie am Meeresgrund sahen wir nichts Spektakuläres. Aber schön war es allemal.

Uaaaahhh, und ich habe mein Buch zu Ende gelesen.
Die letzten Wochen war ich nämlich total im Lesefieber von Tad Williams' Fantasy-Trilogie "Memory, Sorrow and Thorn" (Diese beinhaltet die Bücher "The Dragonbone Chair", "Stone of Farewell" und "To Green Angel Tower").
In den letzten Tagen wurde das Buch so spannend, dass ich schon vor dem Frühstück angefangen habe mit Lesen - das Mittagessen liess ich in meinem Lesewahn ganz ausfallen und abends legte ich das Buch nur widerwillig beiseite um ein paar Stunden zu schlafen.
Also, wer gerne richtig gute Fantasy-Literatur liest, dem kann ich das Buch nur allerwärmstens empfehlen!!!
Ich habe die Trilogie auf englisch gelesen - ich glaube es gibt sie aber auch in einer deutschen Übersetzung.

Mein zweiter Büchertipp ist ebenfalls von Tad Williams: "Otherland" (insgesamt vier dicke Bücher) ist ein genialer ScieneFiction-Computer-VirtualRealitiy-Roman!
Selbst Wilma, die normalerweise nix mit Sciene-Fiction und solchen Sachen am Hut hat, war von dem Buch begeistert! ;-)


Desweiteren habe ich meinen Vorrat von "Spaghetti con aglio, olio e peperoncini"-Gewürz aufgestockt.
Vier Knollen Knoblauch habe ich geschnitten und in der Sonne getrocknet, dann vermischt mit kleingeschnittenen, scharfen Chilie-Schoten, grob gemahlenen Pfefferkörnern, Oregano und Kräuter der Provence.
Mit dieser Mischung schmecken die "Spaghetti-aglio-olio" genausogut oder sogar noch besser wie beim Italiener nebenan. Probierts mal aus! ;-)

In diesem Sinne,
beste Grüsslies aus dem Paradies,

Steffo y Flecky ;-)

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Mittwoch, 16. September 2009

Handy aufladen fuer eine Kokosnuss

Standort der SAWADI: vor Anker in den Central Holandes Cays / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°36,00 W 078°43,00

Hi all,
folgendes geschah in den letzten drei Tagen:

-ich habe fünf Motorräder und ein Motorrad mit Beiwagen gesehen. Wo? Na hier zwischen zwei Palmeninseln.
Nein, ich hatte keine Halluzinationen oder schlechte Drogen geraucht - vielmehr sah ich die Motorräder auf dem Katamaran "Fritz-the-Cat".
Fritz ist ein Österreicher, der mit seinem ca. 14 Meter grossen Katamaran Rucksackreisende zwischen Cartagena/Kolumbien und SanBlas/Panama hin- und herschippert.
Er nimmt bis zu 14 "Backpacker" pro Trip mit und manchmal eben auch deren Motorräder. Verrückt, verrückt! Ich glaube, er hat auch eine Website: www.fritz-the-cat.com

-vorgestern habe ich mit meinem kleinen Dingi mein bisher grösste Tour unternommen.
Ich musste dringend zwei DVD's zur SY Genesis bringen. Das Problem: Die Genesis lag in den ca. 9 Seemeilen (ca. 17 km) entfernten East-Lemon-Cays und ich lag mit der SAWADI in den Holandes Cays. Und da ich mal wieder zu faul war, die SAWADI segelfertig zu machen und den Anker hochzuhieven, schnappte ich mir am frühen morgen kurzentschlossen das Dingi und düste los.
Der Trip dauerte hin und zurück ca. 1 1/2 Stunden und führte mich auch für ein paar Meilen raus aufs offene Meer. Zum Glück war gerade Windstille und das Meer entsprechend glatt. Puhh! Aber für einen eventuellen Notfall hatte ich ein UKW-Handfunkgerät, ein GPS-Gerät, eine Detail-Seekarte, ein Handy, einen Liter Wasser und ein Käsebrot dabei.

-gestern kam eine Kunafamilie in Ihrem Einbaum angepaddelt und wollte Ihre beiden Handys aufladen haben. Null problemo, dafür bekam ich bei der Abholung der vollen Handys prompt zwei Kokosnüsse geschenkt. ;-)


beste Grüsslies aus dem Paradies,

Steffo y Flecky ;-)

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Sonntag, 13. September 2009

Unter Deck...

Standort der SAWADI: vor Anker in den Central Holandes Cays / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°36,00 W 078°43,00

Hi all,
und wieder gingen drei Tage ins Land, ohne dass ich irgendwelche grösseren Abenteuer erlebte. ;-)
Hätte ich Nachbarn, hätten sie mich höchstens ein paarmal kurz an Deck gesehen, wenn ich zum Abkühlen ins Meer springe oder für eine kurze Cappucinopause auf dem Vordeck sitze.
Die übrige Zeit verbrachte ich bei schönstem Sonnenschein unter Deck vor meinem Computer und meiner Videokamera.

Ich versuche gerade, das ganze Videomaterial der letzten Jahre zu sichten, schneiden, zensieren, zusammenstückeln, wieder auseinanderreissen, sichern, löschen, usw.

Und es ist noch kein Ende in Sicht. Puhhh!

In diesem Sinne,
beste Grüsslies aus dem Paradies,

Steffo y Flecky ;-)

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Samstag, 12. September 2009

Hollywood auf der SAWADI...

Standort der SAWADI: vor Anker in den Central Holandes Cays / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°36,00 W 078°43,00

Hi all,
tut mir leid, aber heute gibt es nichts zu berichten, da absolut nichts "blogwürdiges" geschehen ist.
Bis auf meine mittäglichen Schwimmrunden durch den Ankerplatz habe ich die SAWADI nicht verlassen.
Wegen des vielen Sonnenscheins und des damit einhergehenden Stromüberflusses habe ich damit begonnen, einen Teil meiner Videoaufnahmen von der Videokamera auf meinen Computer zu übertragen und das angehende Meisterwerk "Das Leben des Steffo" zu schneiden. ;-)

Keine Sorge, ihr alle bekommt VIP-Karten für die Kinopremiere! ;-)

Beste Grüsslies aus dem Paradies,

Steffo y Flecky ;-)

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Freitag, 11. September 2009

Viel Sonne - viel Strom - viel Fernsehen...

Standort der SAWADI: vor Anker in den Central Holandes Cays / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°36,00 W 078°43,00

Hi all,
und wie verbringt Ihr Eure Montagmorgen? Also ich habe heute früh schon wieder meine Nähmaschine ausgepackt und in drei Stunden anstrengender "Hausfauen"-Arbeit ein neues, seitliches Sonnensegel genäht.
Ich bin total stolz auf mich, dass mein Verhältnis zu meiner Singer-Nähmaschine mittlerweile so harmonisch und produktiv ist. ;-)

Mittags ging es mit Jim zum Spearfischen ans Aussenriff. Da ich noch zwei Mojarra-Filets im Kühlschrank hatte, wollte ich gar nicht viel Jagen. Daher blieben diesmal alle Fische, bis auf einen kleineren Abendessens-Jack, vom mysteriösen "Harpunen-Tier" verschont.

Den ganzen Tag brannte heute die tropische Sonne vom strahlend blauen Himmel herab, so daß ich abends gleich drei Folgen von Raumschiff Enterprise ankucken musste, damit meine übervollen Batteriern nicht explodierten. ;-))


Beste Grüsslies aus dem Paradies,

Steffo y Flecky ;-)

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Mittwoch, 9. September 2009

Sonntags-Blog

Standort der SAWADI: vor Anker in den Central Holandes Cays / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°36,00 W 078°43,00

Hi all,
wie verbringt Ihr Eure Sonntagmorgen? Also ich habe heute morgen um sechs Uhr schon am Motor rumgebastelt und meinen Keilriemen nachgespannt. ;-)

Um die Mittagszeit kam dann Jim mit der SY Wonderland hier an. Er rief mich über UKW-Funk an, als er noch ausserhalb des Riffgebietes war und ich fuhr ihm mit meinem Dingi entgegen um ihn sicher um alle Untiefen und Sandbänke herumzugeleiten.

Jim brachte mir aus Nargana neues Milchpulver und eine ganze Staude Bananen mit. Dafür habe ich ihn abends zu selbstgemachtem schwäbischen Kartoffelsalat und mit Knoblauch angebratenen Fischfiltes à la SAWADI eingeladen. Yummy-yummy! ;-)


Beste Grüsslies aus dem Paradies,

Steffo y Flecky ;-)

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Dienstag, 8. September 2009

Wieder frischer Fisch auf dem Tisch...

Standort der SAWADI: vor Anker in den Central Holandes Cays / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°36,00 W 078°43,00

Hi all,
heute morgen nach dem Frühstück habe ich nochmals meinen einzigen und zudem sehr weit entfernten Nachbarn besucht. Die Segelyacht Cherokee-2 liegt ca. zwei Kilometer entfernt von mir ebenfalls in den zentralen Holandes Cays.
Danach ging es endlich wieder auf die Jagd.

In der "Fischabteilung" war das Angebot so zahlreich, dass ich mir genau raussuchen konnte, welchen Fisch ich heute abend auf dem Teller haben wollte.
Das ist das Gute beim Harpunieren, dass man nur genau den Fisch tötet, den man auch haben will. Nicht wie manchmal beim Angeln, wo man manchmal einen zu kleinen Fisch wieder ins Wasser zurückwirft - oftmals ist der Fisch aber durch den Angelhaken verletzt und verendet dann trotzdem.

Anyway, nach drei mittelgrossen Mojarras und einem nice-size Snapper wurden die Nursesharks doch zu aufdringlich und ich hatte eh genug Fisch für die nexten zwei, drei Tage.

Für den Rest des Tages war Siesta angesagt und abends gab es im Bordkino noch zwei Folgen von Raumschiff Enterprise ((Anm. der Red.: Wer's genau wissen will, es lief StarTrek - The Next Generation - Season 2 - Folge 1 und 2).


Beste Grüsslies aus dem Paradies,

Steffo y Flecky ;-)

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Montag, 7. September 2009

220V-Ersatz-Konverter kaputt

Standort der SAWADI: vor Anker in den Central Holandes Cays / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°36,00 W 078°43,00

Hi all,
uaaaahhhh, auch mein Ersatz-220V-Konverter gibt den Geist auf!
Nachdem schon vor zwei Monaten mein grosser Sterling-Sinus-Konverter kaputt ging, ist nun auch mein kleiner Reserve-Konverter hinüber.
Mittem beim Überspielen meiner Videoaufnahmen von der VideoCam auf meinen Laptop fiel der Konverter aus und damit auch mein Laptop (der Akku meines Computers ist schon seit längerem tot).
So ein Mist!
Aber die Rettung kam in Form eines sehr netten, amerikanischen Seglerpärchens, die mit ihrem Segelboot Cherokee-2 ebenfalls in den zentralen Holandes vor Anker liegen.
Ich fragte bei Ihnen an, ob ich meinen Laptop an Ihrem Stromnetz für ein paar Stunden betreiben dürfe, und sie haben mir prompt Ihren Reserve-Konverter angeboten! Sehr nett!!!
Ich habe den neuen Konverter gleich eingebaut und jetzt habe ich wieder Wechselstrom an Bord. Es sind jetzt zwar nur 110V anstatt der bisherigen europäischen 220V, aber die meisten Netzgeräte laufen auch mit einer Spannung von 110V.

Da es heute wieder ziemlich wolkig und regnerisch war, habe ich den ganzen nachmittag mit Videoszenen schneiden und zensieren verbracht. :-)

Aber morgen muss ich dringend mal wieder zum Jagen gehen, Flecky verlangt seinen täglichen frischen Fisch! ;-)


Beste Grüsslies aus dem Paradies,

Steffo y Flecky ;-)

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Sonntag, 6. September 2009

Regentag = N=?ISO-8859-1?Q?=E4?=hmaschinentag

Standort der SAWADI: vor Anker in den Central Holandes Cays / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°36,00 W 078°43,00

Hi all,
heute habe ich ausnahmsweise mal keine neuen Haigeschichten für Euch.
Den ganzen Tag über war es regnerisch und kalt und ich habe doch tatächlich von "ganz nackt" auf "nackt mit T-Shirt" wechseln müssen. Brrrr.

Und ich habe endlich wieder einen Nähmaschinen-Tag eingelegt.
Von der SY Anthyllide habe ich mir die Idee "geklaut", einen Treibanker fürs Dingi zu nähen.
Nach drei Stunden Näharbeit war der Treibanker fertig und zur Belohnung gab es anschliessend einen richtig leckeren Cappucino mit viel Milchschaum und Kakaopulver obendrauf.
Den Rest des Tages verbrachte ich mit eMails schreiben und Unter-Deck-Aufräum-Arbeiten.

Mehr ist heute nicht passiert.

Beste Grüsslies aus dem Paradies,

Steffo y Flecky ;-)

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Donnerstag, 3. September 2009

Erster Unterwasser-Direkt-Kontakt mit einem Hai...

Standort der SAWADI: vor Anker in den Central Holandes Cays / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°36,00 W 078°43,00

Hi all,
heute vormittag hatte ich meinen ersten Unterwasser-Direkt-Kontakt mit einem Hai.
Ich schnorchelte vor der SY Genesis, um ihnen beim Anker-auf-gehen zu helfen. Ihr Anker hatte sich um einen Felsbrocken gewickelt und wir wollten mit der Ankerkette nicht den Korallenbewuchs beschädigen.
Vermutlich durch den aufgewirbelten Sand und die Schab-Geräusche der Ankerkette auf dem Felsbrocken wurden drei grosse Adler-Rochen angelockt. Sie schwebten in perfekter Formation heran und umkreisten majestätisch den Ort des Geschehens. Sehr schön anzusehen!

Kurz darauf wurde auch ein Ammenhai neugierig und umkreiste ebenfalls den aufgewirbelten Meeresgrund.
Aber anders als die Rochen bemerkte der Hai das komische "Harpunen-Tier-ohne-Harpune", welches da an der Wasseroberfläche trieb und tauchte zu mir herauf.
Er hielt direkt auf mich zu und machte keinerlei Anstalten abzudrehen. Als er noch vielleicht zwei Meter weg war, hob ich meinen Fuss an und zeigte ihm die Unterseite meiner gelb-schwarzen Flossen. Aber der doofe Ammenhai schwamm einfach weiter und bumste dann mit seinem breiten Kopf gegen meine Flosse.
Nach der Kollision verlor er schnell das Interesse an mir und liess sich zurück auf den Meeresgrund sinken.

Ich vermute mal, es war ein ziemlich alter Hai mit sehr schlechten Augen - darum kam er auch so nahe an mich ran und hat mich angerempelt, oder??? ;-)


Beste Grüsslies aus dem Paradies,

Steffo y Flecky ;-)

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Mittwoch, 2. September 2009

...schon wieder neue Hai-Begegnungen...

Standort der SAWADI: vor Anker in den Central Holandes Cays / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°36,00 W 078°43,00

Ach herrje,
jetzt sind schon wieder fast zwei Wochen vergangen ohne dass ich einen Website-Blog geschrieben habe.
Dabei kann ich mittlerweile durchaus von einigen neuen Abenteuern berichten.

Vorletzten Sonntag kamen unsere beiden Yachten GENESIS und SAWADI hier in den zentralen Holandes-Cays an. Ich liege wieder fast an der gleichen Stelle wie damals vor vier Monaten, als das Hai-Video entstand.

In den letzten Tagen gab es immer wieder kleinere Hai-Begegnungen.
Der haireichste Tag war aber zweifelos unser zweiter Tag hier in der Shark-Alley.
Wolfgang von der SY GENESIS und ich waren beim Spearfischen. Wir hatten mein Dingi vor unserem kleinen Haus-Riff geparkt, ca. 300 Meter hinter der SAWADI.
Mittlerweile hatte ich schon zwei leckere Mojarras im Fischeimer und hatte gerade einen erlegten Yellow-Jack zurück zum Dingi gebracht.
Ich hatte mich gerade wieder ins Wasser gleiten lassen, um nach einem letzten Fischopfer Ausschau zu halten, als plötzlich wie aus dem Nichts dieser grosse Riff-Hai vor mir auftauchte.
Ungefähr drei Meter entfernt schaute er mich an, ich schaute ihn an, und beide wussten wir nicht so genau, was wir jetzt tun sollten.
(Geheime Anm. der Red.: Leute, glaubt mir, hätte der Steffo nicht gerade erst Pipi gemacht, spätestens jetzt hätte er ins Wasser gepinkelt vor Schreck, ***grinzzz***)
Ich erinnerte mich an einen Tipp von Scott, der meinte, man solle sich quer zum Hai ausrichten, damit der Hai sieht, wie gross dieses seltsame "Harpunen-Tier" ist.
Doch irgendwie beeindruckte das den Hai nicht im geringsten, da er doch mindestens genauso gross wie ich war.
Er entschied sich also, noch ein bisschen näher heranzukommen und ich entschied mich im selben Moment, dass ich jetzt irgendetwas tun musste. Ich drehte meine Harpune (die noch nicht wieder gespannt war) um und versuchte, den Hai mit dem Griff meiner Harpune auf Distanz zu halten. (Anm. der Red.: Warum ich die Harpune umdrehte, weiss ich bis heute nicht, vielleicht deshalb, weil Jim mal erzählte, er fände es cool, auf dem Holzgriff seiner Harpune den Bissabdruck eines Haies zu haben).
Anyway, der Hai hat meine seltsame Handlungsweise wohl auch nicht ganz verstanden - er kam bis auf ein paar Zentimeter an meinen Harpunengriff ran und drehte dann zum Glück wieder ab.
Ich nutzte die Gelegenheit und schwamm langsam zurück zum in der Nähe geankerten Dingi. Als ich das Dingi erreicht hatte, stellte ich kurzerhand einen neuen Weltrekord im "Schnell-ins-Dingi-klettern" auf! ;-)
Ich rief Wolfgang zu, dass sich ein Riffhai in der Nähe aufhält und er blieb daraufhin in der flachen Gegend des Riffs.
Der Hai umkreiste noch zweimal das Dingi (Anm. der Red.: Wahrscheinlich hat er auch meinen Haiwitz in meinem Websiteblog gelesen), aber nachdem sich keines der seltsamen "Harpunen-Tiere" leerschiss, zog er sich wieder in tiefere Gewässer der Shark-Alley zurück.
Puhhh!!!

Aber die Geschichte geht noch etwas weiter.
Wir haben dann die erlegten Fische auf der Genesis ausgenommen, filetiert und dabei extra gut aufgepasst, dass keine Fischabfälle oder Blut ins Wasser gelangten.
Aber vielleicht sind doch ein paar Blutstropfen über Bord gespült worden, denn nach weniger als einer Minute war schon der Riffhai wieder zur Stelle. Wir entdeckten sogar noch einen zweiten, etwas kleineren Riffhai!
Aber nachdem wir die Fischabfälle mit dem Dingi weit entfernt von unseren Booten versenkten, wurde den Haien das Umkreisen der Genesis schnell langweilig und sie verschwanden wieder.

In der gleichen Nacht fing ich ca. um 10 Uhr abends einen mittelgrossen HorseEye-Jack mit meiner Handleine, einem einfachen Haken und einem kleinen Fischstückchen dran.
Mist, jetzt musste ich mitten in der Nacht auch noch den Jack verarbeiten und seine sterblichen Überreste weit weg von der SAWADI entsorgen.
Nach einer halben Stunde war die Arbeit erledigt und als kleine Belohnung tauchte ein kleiner (vielleich ein Meter langer) Ammen-Hai auf und umkreiste die SAWADI direkt unter der Wasseroberfläche (Anm. der Red.: auch die Ammenhaie kennen mittlerweile den Trick mit der Haiflosse-rauskucken-lassen und dem Leerscheissen)
Ich kletterte schnell in mein am Heck angebundenes Dingi und wartete, bis der Hai wieder mal vorbeidümpelte. Dann streckte ich meine Hand aus und habe ihn auf dem Rücken zwangs-gesteichelt. Er blieb davon jedoch ziemlich unbeeindruckt. Wie ich schon wusste, fühlt sich die rötlich-braune Haut eines Ammenhaies wie feines Schmirgelpapier an. Ultra-cool!

Sodele, das wars mal wieder für heute.
Die nächsten Tage werde ich versuchen, häufiger einen kurzen Blog zu schreiben (Anm. der Red.: man munkelt sogar von täglichen Blog-Uploads). Aber irgendwie man kommt ja zu nichts hier im Paradies! ;-)

In diesem Sinne,

beste Grüsslies aus dem Paradies,

Steffo y Flecky ;-)

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Samstag, 22. August 2009

Nur kleine Abenteuer im August...

Standort der SAWADI: vor Anker in den East Lemon Cays / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°34,00 W 078°51,00

Hi all,
wie schon der Juli ging auch der grösste Teil des Augusts ohne schreibenswerte Erlebnisse vorüber.
Hier in den East Lemon Cays liegen zur Zeit noch drei weitere deutsche Segelboote - die Vonnie-T, die Genesis und die Vagabund.
Also endlich mal ein Ankerplatz an dem die Lagerfeuersprache deutsch anstatt englisch ist. ;-)

Da Wolfgang u. Beate von der Genesis auch schwäbische Urprünge haben, gab es vor einigen Tagen selbstgemachte Käsespätzle!
War zwar 'ne anstrengede Arbeit, für sechs Personen Spätzle zu schaben, aber dafür hat es dann auch geschmeckt wie zu Hause bei der Oma!

Weitere Abwechslungen, wenn auch keine der kulinarischen Art, bieten die sporadisch auftretenden Chocosanas.
Ein Chocosana ist ein starker Wind, der in der Regenzeit auftritt, meist aus Südost bis Südwest kommt und mit bis zu 50 Knoten für kurze Zeit blasen kann.

Das ist dann immer sehr lustig, da die meisten Boote beim üblichen, schwachen Nordwind in die East Lemons kommen und daher so ankern, dass sie genügend Platz nach Süden hin haben.
Wenn aber wie aus dem Nichts die Chocosana-Böen auftreten, der Wind innerhalb von Sekunden von 10 auf 40 Knoten zunimmt, alle Boote um 180 Grad herumschwenken und plötzlich mit dem Heck nach Norden zeigen - ja, dann bricht hier am Ankerplatz die grosse Panik aus. Denn meist haben die Boote nach Norden hin nicht genügend Abstand zum Riff und innerhalb von Sekunden liegt die Yacht auf dem Riff auf.
Beim letzten Chocosana hier in den East Lemons wurden gleich drei Yachten aufs Riff gespült.
Dann kommt immer die deutsche Sondereinsatz-Katastrophen-Kommando-Truppe zum Einsatz: Sobald die Chocosana-Böen ein wenig nachlassen, springen die beiden Wolfgangs von der Vonnie-T und der Genesis in ihre Dingis und auch ich ziehe mir meine Sondereinsatz-Katastrophen-Kommando-Regenjacke an, und gemeinsam mit unseren drei Dingis schleppen wir die gestrandeten Yachten heldenhaft wieder vom Riff herunter. :-)

Heute ist vermutlich mein vorerst letzter Tag in den East Lemons.
Morgen wollen die Genesis und ich unsere Anker lichten und für einige Zeit rüberwechseln in die zentralen Hollandes-Cays. Wahrscheinlich wieder in die Shark-Alley, dort wo auch das Hai-Video entstanden ist. ***freu***
Dann gibt es hoffentlich wieder regelmässig frischen Fisch auf den Tisch und auch wieder diverse Abenteuer oberhalb und unterhalb der Wasserlinie zu erleben!

Bis dahin,

beste Grüsslies aus dem Paradies,

Steffo y Flecky ;-)

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Dienstag, 21. Juli 2009

Klasse Hai-Witz...

Standort der SAWADI: vor Anker auf den Coco Bandero Cays / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°31,00 W 078°37,00

Hi all,
den darf ich einfach nicht für mich behalten:

Sagt Papa-Hai zu seinem Sohn: "Sodele, nun tauchen wir soweit auf, dass nur die obere Hälfte unserer Rückenflosse zu sehen ist und drehen zwei, drei Runden um die Schwimmer!"
Gesagt, getan!
Papa-Hai: "Und jetzt machen wir das Ganze nochmal, lassen dieses Mal aber die ganze Rückenflosse rausschauen!"
Also drehen sie nochmals ein paar Runden um die Schwimmer und tauchen dann wieder ab.
Vater Hai: "Sodele, mein Sohn, und jetzt von unten ran und fressen!"
Und das machen sie mit Genuss. Alle Schwimmer werden gefressen und die beiden Haie dümpeln sattgefressen so vor sich hin...
Da fragt der Sohn: "Aber warum haben wir zweimal diese Runden um die Schwimmer gezogen, wir hätten sie doch problemlos gleich fressen können??"
Antwortet Papa-Hai: "Ganz einfach: Leergeschissen schmecken sie besser!"


Es grüssen aus Panama:

Steffo, Flecky und die lokale Hai-Population ;-)

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Montag, 20. Juli 2009

Ruhiger Juli...

Standort der SAWADI: vor Anker auf den Coco Bandero Cays / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°31,00 W 078°37,00

Hi all,
hier mal wieder ein kurzes Lebenszeichen von der SAWADI.
Die letzten vier Wochen gingen mehr oder weniger abenteuerlos vorüber.

Vorige Woche war Wilma nochmal zu Besuch auf der SAWADI, bevor sie in ein paar Tagen zurück nach Holland fliegt. Sie war die letzten drei Monate mit dem Rucksack in allen vier Ecken von Panama unterwegs, hat viel gesehen und erlebt und spricht mittlerweile besser spanisch als ich! ;-)
Die Woche mit Wilma war sehr schön und relaxt und ging leider viel zu schnell vorüber.

Momentan liegt die SAWADI auf den hübschen Coco Bandero Cays vor Anker. Hier werde ich wohl noch eine Woche bleiben, bevor ich wieder zurück zu den Lemon-Cays segle, um auf die Wonderland aufzupassen, während Jim für ein paar Tage in die USA fliegt.

Sodele, jetzt gibtz erstmal Frühstück und dann fahr ich mir dem Dingi zur der kleinen, unbewohnten Insel nebenan zum Wäsche waschen. Dort gibt es nämlich einen Süsswasser-Brunnen und genügend Kokospalmen, um die Wäscheleine über die ganze Insel zu spannen. ;-)

In diesem Sinne,

beste Grüsslies aus Panama,

Steffo y Flecky

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Donnerstag, 25. Juni 2009

8 von 72

Standort der SAWADI: vor Anker in Chichime / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°35,00 W 078°53,00

Hi all,
ihr erinnert Euch sicherlich noch an meinen Schokoladen-Notstand Anfang Mai.
Die Rettung kam damals von Jim, der mir aus Panama-City 72 Tafeln Ritter-Sport mitgebracht hatte.

Ihr werdet es nicht glauben, aber von den 72 Rittern sind nur noch 8 Tafeln übrig!!!
Statistisch betrachtet habe ich doch tatsächlich in den letzten 44 Tagen knapp eineinhalb Tafeln Ritter-Sport-Schokolade täglich verzehrt. Man kann auch sagen 6,4 kg Schokolade in eineinhalb Monaten! Kein schlechter Schnitt, oder? ;-)

Ich werde so langsam nervös, denn der nächste Schokoladen-Engpass steht schon vor der Türe.

Meine Hoffnung liegt nun bei Wilma, die mich Anfang July nochmal auf der SAWADI besuchen kommt. Ich hoffe, sie kann mir aus Panama-City eine grosse Ladung Ritter-Sport mitbringen.

Oder falls mich mal jemand von Euch hier im Paradies besuchen kommen möchte: Die Eintrittsgebühr auf die SAWADI beträgt 100 Tafeln Ritter-Sport-Schokolade. :-)

Grüsslies aus dem schönen Chichime,

Steffo y Flecky ;-)

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Donnerstag, 18. Juni 2009

Hai-Video ist online!!!

Standort der SAWADI: vor Anker in Chichime / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°35,00 W 078°53,00

Hi all,
soeben habe ich von Kim und Scott von der SY Anthyllide erfahren, dass ihr Hai-Video online ist.

Ihr findet das Video unter folgendem Link bei YouTube:

http://www.youtube.com/watch?v=3StqCelMyR0

Kopiert den Link einfach in Euren Internetbrowser, dann sollte das Video erscheinen.

Falls der Link nicht funktionieren sollte, dann könnt ihr bei www.youtube.com auch nach dem Begriff "anthyllide" suchen, dann solltet ihr das Video auch finden.

Viel Spass beim Ankucken,

Euer Shark-Summoner (auf deutsch "Hai-Flüsterer") Steffo.

PS: Und hier noch ein Tierschutz-Hinweis, da es doch bestimmt irgendwo irgendwelche Leute gibt, die an dem Video was auszusetzen haben:
Den Haien wurde keinerlei Leid zugefügt, die einzigen toten Tiere waren die drei Snapper, die als Köder dienten. Die Snapper waren schon tot und filetiert, es wurden also nur die Fischabfälle (Kopf, Gräten und Schwanz) an eine Leine gebunden, keine Haken oder sonstiges. Im Umkreis von ca. 2 km waren keine anderen Boote, d.h. durch das Anlocken der Haie wurden keine anderen Segler oder Eingeborene gestört oder gefährdet, bla bla bla, Punkt-Punkt-Punkt, usw. ;-)

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Sonntag, 14. Juni 2009

Erste Hai-Fotos...Teil 2

Erste Hai-Fotos...Teil 1

Standort der SAWADI: vor Anker in Chichime / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°35,00 W 078°53,00

Hi all,
endlich habe ich meine Bilder von der Kamera auf den Laptop übertragen, die Bildgrösse von 2 MB auf ca. 20 kB geschrumpft - und hier sind sie, die ersten Bilder meiner Haierlebnisse!

Viel Spass beim Ankucken und freut Euch auf meinen nächsten schnellen Internetzugang, dann werde ich eine komplette Foto-Shooting-Serie von den NurseSharks und dem Reef-Shark hochladen!

Bis dahin,

Saludos del paraiso,

Steffo y Flecky, ;-)

Mittwoch, 10. Juni 2009

Erste Hai-Fotos...Teil 3

Hi all,
ich hoffe, Euch gefallen diese ersten Hai-Vorabfotos!

Kuckt sie Euch schön lange an, ich habe nämlich für den Upload dieser Fotos mit meinem Kurzwellenfunk-Radio-Account fast 40 Minuten pro Bild gebraucht! :-)

Grüsslies, Steffo y Flecky

Freitag, 5. Juni 2009

Zivilisations-Schock in der Grossstadt!

Standort der SAWADI: vor Anker in den East Lemon Cays / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°34,00 W 078°51,00

Hi all,
ich bin wieder zurück von meinem Kurztrip in die "Hölle"!

Ursprünglich hätte ich am Montag mittag von einem Kajuku abgeholt werden sollen, aber der "motorisierte Baumstamm" kam nicht. Ich hatte alles vorbereitet, die SAWADI war klar-schiff und Flecky war auf der Wonderland bei seinem verhassten Cat-Napper Jim deponiert. ;-)
Ich konnte aber glücklicherweise ein anderes Kajuku für den nächsten Morgen organisieren.
Den ganzen Montag nachmittag lang hörte ich die verzweifelten Miau-Schreie von Flecky, der wieder mal dachte, Jim hätte ihn entführt.
Und spät abends war es dann soweit: Flecky wusste anscheinend ganau, dass ich noch auf der SAWADI war und sprang kurzerhand ins Wasser und schwamm mitten in der Nacht ca. 100 Meter weit von der Wonderland zurück zur SAWADI.
Ich lag schon im Bett und war in Gedanken schon halb in Panama-City, als plötzlich ein halbertrunkener, nasser Flecky meine Badeleiter heraufkletterte.
Nach einer ausgiebigen Frischwasserdusche für Flecky und langem Hin-undHerüberlegen entschied ich mich, dass Flecky eben auf der SAWADI meine Rückkehr abwarten darf.
Jim versprach, sich um ihn auf der SAWADI zu kümmern, und am Dienstag früh um sechs gings dann endlich los in die Grossstadt!

Die zweistündige Fahrt durch den Dschungel war klasse, die Schotterpiste ging kreuz und quer, steil bergauf und bergab durch den Dschungel, und schliesslich kamen die Skyline der grössten Stadt Panamas in Sicht.

Mein erstes Ziel in Panama-City war das Immigration-Büro, wo ich promt und ohne viel Aufhebens einen weiteren Monat in Panama zugesprochen bekam.
(Anm. der Red.: Diesmal ganz ohne Schmiergeld, auch nicht schlecht)
Die nächsten 24 Stunden waren dann jedoch Stress pur.
Ich hetzte von einem Laden zum nächsten, teils mit dem Autobus, teils mit dem Taxi und teils zu Fuss.
Vom Supermarkt zum Handwerker-Baumarkt, vom Stoffladen zum Marine-Ausrüster, vom Taucherladen weiter zum nächsten Schiffsausrüster-Geschäft, usw.

Leute, ich sags Euch, die Grossstadt macht mich fertig. Sooooo viele Menschen, soooo viele Autos, soo viel Lärm und Gestank, alle paar Minuten geht irgendwo eine Auto-Alarmanlage los oder es findet ein ohrenbetäubendes Hupkonzert an der nächsten Ampel statt. Die Autobusse sind immer randvoll besetzt mit schwitzenden und schimpfenden Leuten, hier plärrt ein Radio, dort ein Baby und direkt daneben versucht ein Ghettoblaster das Radio und das Baby zu übertönen.
Und der Auspuff-Gestank überall in der Luft, kein freier Blick zum Horizont, und mein Zimmer für die Nacht hatte nicht mal ein Fenster (Anm. der Red.: dafür lag die Pension sehr zentral und kostete nur 15 US).

Ich muss gestehen, mir standen die Freudentränen in den Augen, als ich am nächsten Mittag wieder auf dem Weg zurück in die Natur war und ich schliesslich das Meer vom letzten Hügel in den Bergen erblickte. Dort irgendwo liegt die SAWADI, dort wartet Flecky auf mich, dort hat man reinste Seeluft zum Atmen und einen 360-Grad Blick bis zum Horizont!

Zurück am Ankerplatz stellte ich fest, dass die SAWADI auf einmal 50 Meter hinter der Wonderland lag! Beim meiner Abfahrt war sie noch ca. 100 Meter vor der Wonderland. Der Grund dafür war eine mässig starke Brise am Vortag und die Schale einer riesigen Conch (Anm. der Red.: Eine Conch ist eine grosse Wasserschnecke, die eine bis zu 40 cm grosse, gewundene, wundertütenförmige Schale hat). Beim Ankern muss wohl die Spitze meines Ankers direkt auf die Schale gefallen sein und deshalb konnte sich der Anker nicht richtig im Sand eingraben und fing an, über den Sandboden zu rutschen!
(Anm. der Red.: Das Foto der verantwortlichen Conch-Schale wird beim nächsten Internetzugang nachgeliefert!)

So langsam erhole ich mich wieder von meinem Trip in die "stinkende, überfüllte Hölle", gestern war ich ausgiebig schnorcheln und spearfischen und am Abend gabs dann anstatt "Pommes vom McDonalds" zwei leckere, frische Snapper-Filets mit selbstgemachten Kartoffel-Röstis! Yummy!

Grüsslies aus dem Paradies,

Steffo y Flecky! ;-)

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Samstag, 30. Mai 2009

Hai-Geschichten - Teil 4 und "engine-problems"

Standort der SAWADI: vor Anker in den East Lemon Cays / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°34,00 W 078°51,00

Hi all,
wenn auch etwas verspätet, hier kommt der vorerst letzte Teil meiner Hai-Geschichten!
Die letzten Tage war es zuerst zu heiss um eMails zu schreiben und dann war es wieder total bewölkt, sodass ich mit meinem Strom etwas haushalten musste und den Computer nicht zu lange laufen lassen wollte.
Ich bin mittlerweile in den East-Lemon Cays vor Anker, nachdem ich vorgestern von den zentralen Holandes-Cays rübermotort bin nach Porvenir, um bei "meinem" Immigration-Officer Ricardo mein abgelaufenes Dreimonats-Visum zu verlängern.
Als ich vor drei Wochen bei ihm war, hat er mir den "Tipp" gegeben, offiziell aus Panama auszuchecken, mir ein Zarpe zu besorgen (Anm. der Red.: Ein Zarpe ist eine Art von Reisegenehmigung, die man braucht, wenn man von Panama in ein anderes Land segelt oder auch wenn man innerhalb von Panama grössere Strecken zurücklegen will) und nach ein paar Wochen wieder bei ihm aufzukreuzen mit "Motorproblemen".
Auf jeden Fall war ich wieder bei Ricardo und habe ihm von meinem fehlgeschlagenen Versuch (wegen "Problemen mit dem Motor"), nach Cartagena zu segeln, berichtet. Jetzt meinte er jedoch plötzlich, er kann mich nicht einfach wieder in Panama einchecken, dazu müsste ich nach Panama-City zur Zentralen Immigration-Behörde. Na toll, genau diese zeit- und geldaufwendige Reise wollte ich mir eigentlich ersparen.
Anyway, am kommenden Montag fahre ich mit dem Jeep durch den Dschungel nach Panama-City und bekomme dann hoffentlich meine nächsten drei Monate für Panama!

Nun aber zur Hai-Geschichte.
Glaubt es oder nicht, aber ich habe einen Hai gesteichelt!
Als ich noch in den zentralen Holandes-Cays (in der sog. "Shark-Alley") lag, kam ein Hai an der Oberfläche ganz nah an die SAWADI ran. Ich bin schnell ins Dingi geklettert, und als er wieder mal an den Finnen meines Aussenborders rumknabberte, habe ich den Ammenhai auf dem Rücken gestreichelt! Uaaahhhhh, hatte naturalmente total Schiss und eine Gänsehaut, aber es war schon cool. Seine Haut fühlt sich an wie Sandpapier und ist ganz und gar nicht fischig-schleimig!

Ich hatte kurz zuvor einen grossen Fisch von der SAWADI aus geangelt, einen Horse-Eye-Jack, ca. einen halben Meter lang! Das hat wohl auch die zwei Ammenhaie auf die Bühne gelockt.
Na, und dann habe ich etwas Übermütiges und auch Doofes gemacht.
Der Horse-Eye-Jack lag noch in meinem Dingi und ich dachte mir, ich halte den Fisch ein bisschen ins Wasser und spiele mit dem Hai.
Er war auch ganz angetan von meinem Fisch und kam immer wieder langsam ran und versuchte den Fisch zu schnappen.
Dieses Rumgeplänkel ging einige Zeit, bis er den Fisch fest am Kopf packte und verständlicherweise nicht mehr loslassen wollte.
Ich hielt den Fisch am Schwanz fest aber nach kurzem Tau- bzw. Fischziehen hat der Hai gewonnen und zog sein neues Abendessen über die Siegerlinie unter Wasser.
Er hat mich mit seiner Schwanzflosse noch kräftig nassgespritzt und ist dann mit heftigem Kopf-hin-und-her-werfen samt meinem Horse-Eye-Jack abgetaucht!

Na, immerhin hat mir dieses Intermezzo die Fisch-Filetierungs-Arbeit erspart und mal wieder ein rein vegetarisches Abendessen ist auch nicht schlecht.
Aber das Beste ist, dass die Kim von der Anthyllide alles mit der Videokamera aufgenommen hat, yeahhh!
Das Video kann ich dann irgendwann mal meinen noch ungeborenen Enkelkindern vorspielen, jou!

Soviel für heute,

besitos aus dem Paradies,

Steffo y Flecky

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Sonntag, 24. Mai 2009

Neue Handynummer f. die SAWADI: 00507-60738776

Standort der SAWADI: vor Anker in den zentralen Holandes-Cays / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°36,00 W 078°43,00

Hi all,
ich habs Euch noch gar nicht erzählt, aber letzte Woche wurde mir mein Handy gestohlen.
Wir waren alle beim Free-Diving unterwegs und als wir mittags zu unseren Booten zurückkamen, musste ich feststellen, dass jemand in der Zwischenzeit an Bord gewesen war und mir mein Handy gestohlen hat.
Die SAWADI war zwar abgeschlossen, aber dummerweise hatte ich das Handy im Cockpit liegen lassen.

Jetzt hat mir Jim sein Zweithandy ausgeliehen und ich habe meinen Ersatz-Chip (diesmal von dem Provider DigiCel) eingesetzt.

Meine neue Nummer lautet ab sofort:

00507-60738776

Ich freue mich auf Eure Anrufe!

Bis denne aus der Shark-Alley,

Steffo y Flecky, 24.05.09

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Mittwoch, 20. Mai 2009

Hai-Geschichten - Teil 3 - Der ultimative H=?ISO-8859-1?Q?=F6?=hepunkt

Standort der SAWADI: vor Anker in den zentralen Holandes-Cays / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°36,00 W 078°43,00

Hi all,
vorgestern erlebten wir eine Hai-Show der Spitzenklasse!
Jim und ich waren mittags beim Free-Diving mit der Harpune und ich erwischte zwei mittelgrosse Schoolmaster-Snapper und Jim erlegte einen riesigen, 4 kg schweren Hammel-Snapper.
Nach dem Filetieren trafen wir uns alle zur Haifütterung auf der Anthyllide.
Zuerst schütteten wir die Fischinnereien und das mit Fischblut gesättigte Eimerwasser ins Meer - und dann warteten wir. Zwei Bier später entdeckten wir die ersten zwei Ammenhaie, wie sie gemächlich am Meeresgrund ihre Kreise zogen.
Dann band Scott die zwei kleineren Fischkadaver an eine dicke Leine und liess diesen Köder auf den Meeresgrund sinken. Gemächlich kreisten die Haie näher heran, Scott zog den Köder langsam zur Oberfläche und - welch Freude - die Ammenhaie folgten nach.
Sobald die beiden Ammenhaie an der Oberfläche waren, kamen das Foto-Shooting und die ersten Videoaufnahmen. Die Ammenhaie schlürften den Fischköder in ihr Maul und Scott konnte mit der Leine die Haie halb aus dem Wasser herausheben. Ultra-cool.

Und dann kam der Superstar, Mr. Reefshark, auf die Bühne.
Die Ammenhaie hielten respektvoll Abstand, als der schlanke, ca. zwei Meter grosse Riffhai langsam und vorsichtig den Fischköder umkreiste (Anm. der Red.: wir hatten mittlerweile den grossen Hammel-Snapper-Kadaver an die Leine gebunden).
Nach drei oder vier Umkreisungen, die ihn jedes Mal näher an den armlangen Köder heranbrachten, schnappte er sich mit einer schnellen Bewegung den Kadaver und wollte abhauen.
Bei laufender Kamera zog Scott ein bisschen an der Leine aber das mochte unser Hai überhaupt nicht. Mit einem schnellen Sprint und unter viel aufspritzendem Wasser machte er sich aus dem Staub, den Köder samt Leine immer noch im Maul.
Als das Ende der zwei Zentimeter dicken Leine erreicht war, spannte sich die Leine mit einem Ruck; die Aluminium-Reeling, an der die Leine festgebunden war, bog sich bedenklich nach aussen und mit einem Knall riss die Leine und der Hai samt Köder war verschwunden.

Die Fotos und das Video sind spitzenklasse geworden; sobald ich wieder Internetzugang habe, werde ich die besten Hai-Fotos und auch das Video auf meine Website stellen! Freut Euch schon mal drauf!
Bis dahin kann ich zur Einstimmung nur empfehlen, in die Videothek zu gehen und den Film "Deep Blue Sea" auszuleihen. Aber nehmt die "frei ab 18 Jahren"-Version, damit ihr die blutigsten Szenen in voller Länge und unzensiert geniessen könnt. ;-)

In diesem Sinne,

beste Grüsslies aus den zentralen Holandes-Cays,

Steffo y Flecky ;-)

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Samstag, 16. Mai 2009

Hai-Geschichten - Teil 2

Standort der SAWADI: vor Anker in den zentralen Holandes-Cays / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°36,00 W 078°43,00

Hi all,
es gibt neue Hai-Erlebnisse auf der SAWADI.
Vorgestern kam ich mit einem mittelgrossen Yellow Jack vom Fischen zurück. Aus Respekt vor den Haien war ich ausnahmsweise mit dem Dingi und einer Handleine unterwegs.
Kurz zuvor erzählte uns nämlich ein Einheimischer, Eduino, dass es vor einigen Jahren hier einen Haiunfall (Hauptdarsteller waren ein Riff-Hai und ein Kuna-Indianer) gegeben habe. Der Kuna habe harpuniert und dann kam der Riff-Hai und verwechselte wohl den blutenden, zappelnden Fisch mit den Armen des Kunas. Auf jeden Fall habe der Hai ihm den Arm am Ellbogen abgebissen. Der Kuna konnte noch mit seinem ausgehölten Baumstamm-Kanu bis zum nächsten Dorf paddeln (Anm. der Red.: wohl eher segeln, denn wie soll man mit nur einem Arm paddeln, hä?) und wurde dann nach P-City geflogen.

Auf jeden Fall hab ich nachmittags meinen Yellow Jack filetiert und die Fischabfälle über Bord geschüttet. Kaum zehn Minuten später war mein neuer Freund, der Riffhai, bei der SAWADI und umkreiste sie langsam. Leider war das Licht zu schlecht, um erkennbare Beweisfotos zu schiessen.
Aber die Geschichte ist noch nicht zu Ende, denn ca. zwei Stunden später, vom Hai war weit und breit nix mehr zu sehen, ging ich an meiner Badeleiter ins Wasser zum Duschen. Ich hatte sicherheitshalber meine Taucherbrille auf, und als ich mich, am Heck der Sawadi hängend, umschaute, kuck mir doch der Riffhai ungeniert in ca. vier Metern Entfernung beim Duschen zu.
Leute, glaubt mir, ich flog förmlich die Badeleiter hoch und stand dann nackt, laut fluchend und noch halb eingeseift an Deck.

Aber die Hai-Erlebnisse gehen noch weiter. Abends hatte ich meine Angelleine über Bord hängen, in der Hoffnung, einen Snapper beim Grundangeln zu erwischen. Aber es tat sich nicht viel und spät abends hatte ich total vergessen, dass die Angelleine noch im Wasser hängt.
Kurz vor acht Uhr abends, es war schon stockdunkel, schlug meine Angelrute an, und die Leine spulte sich wie rasend ab. Ich schaffe es gerade noch rechtzeitg, die Angelrute zu ergreifen und die Leinen-Bremse langsam zuzudrehen. Es war eine wahnsinnige Spannung auf der Leine und sie gab Geräusche wie eine hohe Gitarrensaite von sich. Aber ganz langsam konnte ich die Leine Meter um Meter aufrollen und nach ca. zehn schweisstreibenden Minuten trennten mich noch fünf Meter von dem Fisch. Mit meiner kleinen Stirn-LEDlampe konnte ich jetzt im dunklen Wasser die Umrisse eines Ammenhais erkennen. Also nix mit Snapper zum Abendessen.
Noch bevor ich die Angelleine weiter einrollen konnte, um die Leine möglichst nahe am Hai zu durchtrennen, machte der Hai eine lässige Kopfbewegung, die Leine riss direkt am Haken und der Hai entschwand - jetzt wie ich im Mund gepierct - zurück in die Dunkelheit.

Grüsslies aus Shark-City,

Steffo y Flecky, ;-)

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Dienstag, 12. Mai 2009

Hai-Geschichten

Standort der SAWADI: vor Anker in den zentralen Holandes-Cays / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°36,00 W 078°43,00

Hi all,
Jim ist aus Panama-City zurück und mit ihm kamen 72 Tafeln RitterSport-Schokolade, eine grosse Kugel Edamer-Käse und viele weitere Leckerlies an Bord!
Juhuuuu, der Schokoladen-Notstand ist offiziell beendet!

Vor zwei Tagen haben wir die Insel gewechselt und liegen jetzt knapp unterhalb des Aussenriffes in den zentralen Holandes-Cays.
Die ganze Gegend hier auf den Holandes-Cays ist ein einziges grosses Riff-System. In den östlichen Holandes-Cays gibt es zwei schöne Ankerplätze, aber da ist es immer ziemlich voll (meistens hängt dort die ganze amerikanische, pensionierte Seglergemeinde rum und macht Barbeque's und HappyHour-Treffs auf der östlichsten Insel; tatsächlich heisst die Insel mittlerweile Barbeque-Island!).
In den zentralen Holandes-Cays gibt es nur einen Ankerplatz, aber wenn man sich traut (so wie Anthyllide, Wonderland und die SAWADI), kann man ca. 2 km weit in das Riffgebiet reinfahren (naturalmente vorsichtig, denn überall ist es nur ca. 2-6 Meter tief und es gibt viele flache Stellen mit Korallenköpfen, die bis an die Oberfläche ragen) und dann kann man direkt hinter dem Aussenriff in glasklarem Wasser ankern. Und weit und breit keine andere Menschenseele. Einfach wunderbar.

Das einzig doofe an diesem Platz ist, dass es den Haien hier auch gut gefällt.
Bisher habe ich bei jedem Tauch- oder Schnorchelgang Haie gesichtet.
Meistens sind es "nur" die harmlosen Ammenhaie, obwohl die auch eine respekteinflössende Grösse von mayximal vier Metern erreichen können!
Gestern sind wir mit dem Dingi einen der "Kanäle" hier hochgefahren bis direkt ans Aussenriff und wollten dort ein bisschen mir der Harpune jagen. Aber immer wenn ich einen leckeren Snapper entdeckt hatte und zum Schuss ansetzen wollte, waren auch zwei Ammenhaie in meiner Nähe und haben mich interessiert beobachtet. Ich habe dann lieber doch kein Fischblutbad angerichtet und abends gabs dann eben kein Fisch, sondern nur Pasta mit schmackhafter Zucchini-Knoblauch-Zwiebel-Tomaten-Sauce!

Gestern abend hat Scott und Kim versucht, mit Fischabfällen Haie anzulocken. Hat auch prompt geklappt. Sie hatten eine alte Socke mit Fischresten gefüllt, an ein Seil gebunden und es kurz vor Sonnenuntergang ins Wasser geworfen. Prompt ist ein grosser Hai aufgetaucht (sie meinten, es war definitiv KEIN Ammenhai, wahrscheinlich ein Bullen-Hai) und hat sich den Socken geschnappt und wild daran gezerrt. War sehr amüsant anzusehen, wir Scott an Bord steht und am einen Ende des Seils zieht und der Hai am anderen Ende des Seils zerrte. Aber es zeigt einem auch, dass man spätnachmittags lieber nicht mehr ganz so sorglos im Wasser rumschwimmen sollte. :-O

Gerade eben kam ich von meinem Mittagsschnorchelgang zurück, und ich habe tolle Sachen gesehen.
Kaum bin ich vom Dingi ins Wasser geglitten, sehe ich zwei (so richtig) grosse Tarpons vorbeischwimmen. Der eine hatte locker eine Länge von zwei Metern! Tarpons sind aber harmlos, sie sehen nur ziemlich fies aus mit ihrem grossen, oberständigem Maul!
Kaum dreissig Meter weiter (ich hatte das Dingi an der Hand und liess mich von der Strömung durchs Wasser treiben) sehe ich zwei dösende Ammenhaie unter einem einzelnen Felsbrocken liegen und direkt daneben einen ca. 1,5 m grossen Zackenbarsch (vielleicht war es sogar ein Judenfisch, die bis zu 2,4 Meter erreichen können).
Und wenige Minuten weiter strömungs-abwärts sehe ich das Highlight meines Schnorchelgangs: wie aus dem Nichts taucht aus dem diffusen Blau direkt unter der Oberfläche ein bläulich-grauer Schatten auf und umkreist langsam das treibende Dingi und mich. Bei seiner zweiten Umkreisung ist der Hai schon deutlich näher und ich identifiziere ihn als einen ausgewachsenen Schwarzspitzen-Hai. Obwohl der lt. meinem Fisch-Buch als gefährlich angesehene Hai bestimmt nur neugierig auf mich ist, ziehe ich es jetzt doch lieber vor, zurück ins Dingi zu krabbeln und meine Hai-Watching-Tour für heute zu beenden. ;-O

Soviel für heute, ich hoffe, ich habe beim nächsten Blog noch alle Gliedmassen dran.

In diesem Sinne,

Besitos aus den Holandes-Cays,

Steffo y Flecky ;-)

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Freitag, 8. Mai 2009

Schokoladen-Notstand und Begegnung mit einem alten Feind...

Standort der SAWADI: vor Anker auf den westl. Lemon-Cays / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°33,00 W 078°54,00

Hi all,
auf den Lemon-Cays ist der Schokoladen-Notstand ausgebrochen.
Vor zwei Wochen habe ich meine letzte Tafel Ritter-Sport aufgegessen und seitdem ist die SAWADI schokoladen-frei, uaaahhh!
Aber Nachschub ist in Sicht, denn Jim von der Wonderland ist zur Zeit in Panama-City zum Einkaufen und um seine Aufenthaltsgenehmigung um weitere drei Monate zu Verlängern.
Vor einer Woche hat er mir die Beaufsichtigung der Wonderland übertragen und ist mit dem Jeep von Carti nach Panama-City und von dort mit dem Überlandbus weiter zur Grenze nach Costa-Rica gereist. Normalerweise muss man das Land für mind. 72 Stunden verlassen, um bei der Wiedereinreise eine dreimonatige Verlängerung des Visums zu erhalten, aber mit ein bisschen Schmiergeld an der Grenze (80 US) lässt sich die ganze Prozedur lt. Jim auf 20 Minuten verkürzen. ;-)
Jetzt zieht er gerade kreuz und quer durch Panama-City um seine, meine und Anthyllide's lange Einkaufslisten abzuarbeiten.
Und auf meiner Liste stehen ganz oben "60-80 Tafeln Ritter-Sport", dicht gefolgt von Olivenöl und Duschgel!

Meine Aufenthaltsgenehmigung für Panama ist gestern auch abgelaufen, aber Ricardo, der Immigration-Officer auf Porvenir, sagte mir letzte Woche, dass ich diese Woche nochmal vorbei kommen soll und dann kann er mir "helfen". D.h. ich kann mir hoffentlich das lästige und zeitraubende "Land verlassen" ersparen.
Ich habe ihm in meinem besten spanisch eine herzerweichende Story erzählt, dass ich ja alleine auf dem Boot sei, eine sensible Katze an Bord habe und niemanden kenne, der auf die SAWADI aufpassen kann.
Besonders die Katzen-Geschichte hat ihn wohl berührt und er meinte, ich solle in ein paar Tagen wiederkommen, dann seien weniger Leute um ihn herum und dann könne er mir meinen Stempel in meinem Ausweis geben.
Na hoffentlich geht das heute alles glatt. In ein paar Stunden werde ich nach Porvenir rüberfahren und Ricardo treffen.

Mein alter Feind, die SINGER-Nähmaschine wurde gestern auch wieder mal ausgepackt. Seit einiger Zeit habe ich 10 laufende Meter Sunbrella-Stoff an Bord und damit muss ich mir dringend ein neues Sonnensegel nähen, da sich mein altes Cockpit-Sonnensegel mittlerweile auflöst und auch nicht mehr dicht ist.
Daher bekam ich gestern abend einen ersten "Nähmaschinen-Anfängerkurs für Dummies und Männer" von Susi (von der SY Geisha) und jetzt kann ich immerhin schon den Ober- und Unterfaden einfädeln, kenne den Unterschied zwischen einer Raupennaht und einer geraden Naht und die Begriffe "Kettenstich", "Spulenkapsel" und "Presserfussdruck" klingen nicht mehr wie klingonisch.

Besitos aus dem Paradies,

Steffy y Flecky :-)

PS: Aus Verzweiflung habe ich vorgestern mein heiliges Nutella-Glas geöffnet und gönne mir jetzt jeden abend zwei (oder auch drei) Löffel voll Nutella! ;-)

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Sonntag, 19. April 2009

Fred Feuersteins Insel und Kiteboarding-Tag Nr. 3

Standort der SAWADI: vor Anker westl. v. Nabadup / SanBlas-Archipel / Panama
GPS-Position: N 09°29,00 W 078°43,00

Hi all,
ich habe die SAWADI bewegt!
Nach drei Wochen vor Anker auf Salardup konnte ich mich endlich aufraffen und den Anker hochziehen.
Die Segelyacht Wonderland und Anthyllide brachen einen Tag vorher auf und ich folgte gestern nach.
Obwohl der eigentliche Trip nur eineinhalb Stunden gedauert hat, sind die Aufbruchs-Vorbereitungen und die Ankomm-Nachbereitungen die Dinge, die mich immer vom Weitersegeln abhalten.
Da muss
-das grosse Sonnensegel, das über die halbe Sawadi gespannt ist, abgebaut, zusammengelegt und irgendwo sinnvoll verstaut werden
-der schwere Dingi-Aussenborder muss mit Hilfe des Besanbaumes und einem Flaschenzug an Bord gehievt werden und an der Heckreling verstaut werden (denn obwohl es nur ein paar Meilen sind, ist es immer schlechte "Seemannschaft", wenn man das Dingi MIT Aussenborder hinterherzieht)
-die Solarpanels, die an der Reling aufgestellt sind, unter Deck verstaut werden
-die grosse PanaGas-Propangasflasche muss abgestöpselt werden und an Deck festgezurrt werden, da ich ansonsten nicht an den Ankerkasten rankomme
-unter Deck alles schaukelsicher verstaut werden und ausserdem hasse ich es, wenn beim Segeln schmutziges Geschirr im Spülbecken lautstark hin- und herschaukelt
-die Schleppangel bereit gemacht werden und ein vielversprechender Köder (diesmal wars ein pink-blauer Octopus mit Edelstahl-Doppelhaken) ausgewählt werden
-das Navigationsprogramm "MaxSea" angeschaut werden und eine Route festgelegt werden
-zu guter Letzt ins Wasser gesprungen werden und mit der Bürste der Propeller von Bewuchs gereinigt werden und das Sumlog (das ist ein kleines Flügelrädchen, welches einem die Geschwindigkeit durchs Wasser anzeigt) gängig gemacht werden. (Anm. der Red.: Hmmm, dieser Teil der Vorbereitung ist eigentlich ganz erfrischend!).

Jou, da sind gleich mal zwei Stunden rum, bevor man überhaupt daran denken kann, die schwere Kette und den Anker aus Ermangelung einer elektrischen Ankerwinsch bzw. einer starken Freundin per Hand hochzuziehen (Anm. der Red.: Jawohl, echte Segler ziehen ihren Anker noch per Hand hoch, grinzzz).

Das Segeln selbst ist dann eigentlich ganz nett und entspannend, aber sobald der Haken am neuen Ankerplatz im Wasser ist, kommen die Ankomm-Arbeiten dran (siehe obige Liste).

Anyway, jetzt bin ich seit zwei Tagen hier auf dem idyllischen Nabadup und ich kann mir nicht helfen, für mich klingt der Name wie der Lustschrei von Fred Feuerstein (NabbaDabbaDuuu). ;-)

Seit heute nacht ist auch der Nordost-Wind zurück und bläst mit herrlichen 15-20 Knoten! Ideal zum Kiteboarden!
Heute morgen nach dem Panama-Netz (welches täglich um 8:30 Uhr auf der Frequenz 8107 kHz von Seglern für Segler zu hören ist) ging's also zusammen mit Jim, meinem treuen Assistenten, an den Nabadup-Strand und wir bauten zusammen meinen Kite auf.
Dieses Mal war der Wind definitiv stark genug und ich bin rasant hin- und hergekitet.
Nur mit dem "Höhe-Laufen" klappts noch nicht so ganz. Folglich bin ich immer weiter von unseren geankerten Yachten abgetrieben und nach ca. zwei Stunden munterem Kiteboarden war ich fast zwei Kilometer unterhalb unserer Boote, schon ziemlich nahe am Festland.
Langsam liessen meine Kräfte nach und ich überlegte mir schon, wie ich mir mit dem Kite ein Zelt für die Nacht im Festlands-Dschungel bauen könnte, aber da kam auch schon mein Retter Jim im Dingi angedüst und hat mich wieder zurückgeschleppt zur SAWADI.

Danach war ich sooo platt, dass ich erstmal eine ausgiebige Siesta abhalten musste. Eine zweite Runde Kiten am Nachmittag musste ich leider ausfallen lassen.
Aber macht nix, Zeit spielt ja keine Rolle. Morgen ist auch wieder ein Tag, oder?

In diesem Sinne,

Grüsslies aus dem Paradies,

Steffo y Flecky