Donnerstag, 25. Februar 2010

Motor-News und Flecky's zweiter Geburtstag...

Standort der SAWADI: vor Anker auf CocoBandero-Cays / SanBlas / Panama
GPS-Position: N 09°31,00 W 078°37,00

Hi all,
jippiehhhh, mein Motor ist repariert!
Vor ein paar Tagen hat sich ein Dieselmechaniker - Wayne von der südafrikanischen SY Sunshine - meinen Motor angeschaut, und nach mehrstündiger Inspektion haben wir endlich das Problem gefunden: An meiner Diesel-Förderpumpe war ein Bolzen rausgefallen, und deswegen förderte die Pumpe nur noch ganz wenig Diesel vom Tank zum Motor. Daher lief mein Motor auch immer wieder mal für eine Stunde und ist dann wieder abgekackt.
Seit der Bolzen wieder eingesetzt ist, schnurrt mein guter, alter Volvo Penta wieder wie ein Kätzchen!

Apropos Kätzchen, Flecky hatte vor drei Tagen, am 22.02., seinen zweiten Geburtstag! Als Festmahl gab es eine von meinem Besuch Stefan mitgebrachte Sheba-Dose und den ganzen Tag lang gab es "all-you-can-eat" für Flecky. Und sein Lieblingsspiel - das Schnürchen-Aportier-Spiel-für-Katzen-die-sich-für-einen-Hund-halten - spielten wir auch bis zur Erschöpfung mit ihm. Alles in allem ein gelungener Katzengeburtstag, yeahh!!!

Mehr Abenteuer gibtz kaum zu berichten. Vielleicht noch ein kurze Schmunzel-Story - mein Besuch Stefan war doch tatsächlich noch eine Schnorchel-Jungfrau. D.h. er hat vorher noch nie in seinem Leben im Meer rumgeschnorchelt. Prompt ist ihm dann auch beim Schnorcheln Wasser in die Nase gelaufen und die Brille beschlagen. Aber Spass in der Unterwasserwelt hats ihm zwischen Husten und Würgen trotzdem gemacht! ;-)))

In diesem Sinne,
liebe Gruesslies aus dem Paradies,

Steffo, Stefan y Flecky :-)

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Freitag, 12. Februar 2010

Kurzes Lebenszeichen aus dem Paradies...

Standort der SAWADI: vor Anker auf Salardup / SanBlas / Panama
GPS-Position: N 09°30,00 W 078°48,00

Hi all,
nachdem sich die besorgten eMails betreffs meinem Wohlergehen immer mehr häufen, kommt hier ein kleiner Lebenszeichen-Blog:

Was bisher geschah:
Die ersten beiden Januarwochen vergingen ohne erwähnenswerte Abenteuer.
Mitte Januar bekam ich Besuch von dem Wirbelwind Tatjana, meiner Onlinedating-Bekanntschaft von FriendScout24.de. ;-)
Wir verbrachten zwei schöne und abwechslungsreiche Wochen hier in den SanBlas und hatten zusammen viele Spässe mit Speerfischen, Kiteboardingversuchen, etc.
Seit einer Woche ist Tatjana wieder unterwegs, sie segelt momentan mit dem Schweden Birger auf seiner Yacht Nika Richtung Colon um gemeinsam mit ihm den Panamakanal zu durchfahren.
Anschliessend will sie sich noch Equador und Brasilien anschauen, falls sie nicht vorzeitig zurück nach Deutschland zu ihrem im Chaos versinkenden Pferde-Bauernhof muss.

Und in den letzten vier Tagen geschah noch folgendes:
Mein Motor fiel plötzlich aus, kurz nach dem Passieren einer engen Durchfahrt zwischen Salardup u. seiner Nachbarinsel. Das Grosssegel u. der Besan waren zum Glueck schon oben (Anm. der Red.: ja, ja, der Steffo zieht jetzt immer brav sein Besansegel hoch), ich musste also zum Glück nur noch die Genua entrollen und konnte dann segeln.
Später (nach einem Übergabe-Rendevouz in den East-Lemons mit Wolfgang von der Genesis - ich beigedreht, und er in seinem Dingi - während dessen 20 Tafeln Ritter-Sport-Schokolade den Besitzer wechselten) ankerte ich (unter Segeln!) in der Nähe von Green Island, um meinen Motor wieder in Gang zu bekommen.
Aber all meine Versuche blieben erfolglos und beim Ankerkette hochziehen stellte ich fest, dass die Ankerkette irgendwo am Grund hinter einem Felsblock verklemmt war.
F..ck!
Da ich ja keine funktionierende Maschine hatte, musste ich versuchen, den Anker durch Hin- und Hersegeln entlang der Ankerkette freizubekommen. Das hat dann letztendlich auch geklappt und ich bin frustriert und ohne funktionierenden Motor zurück nach Salardup gesegelt, wo ich wiederum unter Segeln ankerte. ;-)

Ich halte Euch auf dem Laufenden, ob ich den Motor wieder zum Laufen bringe. Mir ist nämlich ausserdem beim Aufschrauben einer Entlüftungsschraube diese ebenjenewelche (Anm. der Red.: komiches Wort, "ebenjenewelche", ist ja fast so schlimm wie "Steuerbordgondelplasmazuleitungssystem") abgebrochen!

Eine weitere schlechte Nachricht ist, dass mir vorgestern das Wasser ausging. Und ohne Motor ist es sehr schwierig, an einer der festlandsnahen Indianer-Inseln anzulegen und Flusswasser zu bunkern.
Die gute Nachricht ist, dass Evi, eine befreundete Seglerin, aus den USA zurückgekehrt ist und mir eine nachträgliche Weihnacht beschert hat. Als Mitbringsel bekam ich nämlich zwei 500GB-Festplatten, einen Fisch-Filetiertisch, eine elektrische Bilgenpumpe, ein megacooles Aussenborder-Schloss und neben weiteren tollen Sachen auch meine langersehnten Ersatzventile für meinen defekten Wassermacher.
Ich kann jetzt also wieder Wasser selbst machen und werde nun damit beginnen, meinen Tank mit Frischwasser aufzufüllen!

In diesem Sinne,

beste Grüsslies aus dem Paradies,

Steffo, Flecky und mein defekter Volvo Penta :-/

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Donnerstag, 31. Dezember 2009

Mit einem Rettungsboot übers Meer

Standort der SAWADI: vor Anker auf Salardup / SanBlas / Panama
GPS-Position: N 09°30,00 W 078°48,00

Hi all,
mit Überraschung habe ich heute festgestellt, dass seit meiner Ankunft in Panama fast ein Monat vergangen ist.
Auch mein letzter Blog liegt schon über drei Wochen zurück.
Mittlerweile ist auch Weihnachten vorbei und wenn ich nicht aufpasse, dann saust auch NeuJahr unbemerkt vorbei.
Im folgenden schreibe ich eine kleine Zusammenfassung der Ereignisse des letzten Monats.

Was bisher geschah:
Cappucino-Delfine - in den beiden Wochen, da ich in den Coco Bandero Cays vor Anker lag, hatte ich eines morgens einen sehr seltenen Ausblick aus meinem Kombüsenfenster.
Gerade beim Cappucino-Zubereiten schaute ich halbverschlafen aus dem Fenster und da sehe ich direkt neben der SAWADI zwei Delfine auftauchen und gemütlich durch die Ankerbucht schwimmen.
Und am nachmittag, ich sitze wieder mit einem Cappucino im Cockpit, kommen die beiden Delfine schon wieder vorbei. Daher nenne ich dieses Erlebnis "Cappucino-Delfine".

Rettungsboot mit Motorrad-Antrieb - zwei verrückte junge Australier kamen auf die abenteuerliche Idee, ihre Motorrad-Tour von Südamerika bis Alaska auch durch das karibische Meer nicht unterbrechen zu lassen.
Und da es keine Strasse gibt von Kolumbien nach Panama, haben die beiden Australier zusammen mit ihrer bolivianischen Freundin kurzerhand ein ausgedientes Rettungsboot gekauft, ihre Motorräder eingeladen, den Antrieb der Motorräder umgebaut, damit sie den Propeller antreiben und sind trotz einem anfänglichen Auslaufverbot seitens der kolumbianischen Sicherheitsbehörden in See gestochen.
Sie kamen auch tatsächlich bis kurz vor die panamesische Küste - aber dann fiel wegen diversen mechanischen und korrosionsbedingten Problemen ihr Antrieb aus und sie mussten sich mit Paddeln an die Küste retten. Sie strandeten sehr weit südlich in Isla Pinos, von wo aus es immer noch keine Strasse hoch nach Zentralpanama gibt.
Meine beiden schwedischen Einhandsegler-Freunde Bieriel und Daniel schleppten sie dann ein Stück die Küste entlang hoch. Zwischenzeitlich konnten die drei Abenteurer ihren Motorrad-Propeller-Antrieb wieder in Gang bringen und versuchten anschliessend aus eigener Kraft ihren Weg fortzusetzen. Aber schon nach wenigen Meilen bei hohem Seegang und Gegenwind fielen die mittlerweile stark angerosteten Motorräder wieder aus. Die völlig verrosteten Ketten sprangen ständig vom Zahnrad herunter und das Rettungsboot füllte sich zusehends mit überkommendem Wasser (Anm. der Red.: Die verrostete elektrische Bilgenpumpe fiel schon lange vorher aus und wurde durch Eimer-Schöpfen ersetzt).
Auf jeden Fall trieben sie wieder zurück zur riffübersähten Küste und warfen schliesslich kurz vor dem Zerschellen am Riff ihren Anker ins Meer. Aber dummerweise haben die drei Doofies vergessen, die Ankerkette auch am Boot festzubinden. So plumpste der Anker samt Kette ins Meer und verschwand auf Nimmerwiedersehn.
Zum Glück hatten sie kurz zuvor über Funk einen Rettungsruf abgesetzt und ein anderes Segelboot kam ihnen in letzter Sekunde zur Hilfe und schleppte sie in die nächste Ankerbucht.
Irgendwie haben die Australier es dann doch noch geschafft - teils aus eigenem Antrieb, teils liessen sie sich abschleppen - und erreichten schliesslich auch meine Ankerbucht im Westen der SanBlas.
Ein paar Tage danach schleppte Bieriel mit seiner Segelyacht Nika das "Motorrad-Boot" bis nach Carti, wo es endlich wieder eine Strasse gab. Sie liessen das Rettungsboot zurück, setzten ihre Motorräder wieder in Stand und kamen gut in Panama-City an.
Die Website ihrer Abenteuer findet ihr unter www.FourStrokeOfLuck.com. Ich bin nicht sicher, ob die Adresse korrekt ist, aber wenn ihr z.B. bei Google nach den Wörtern "FourStroke" und "Luck" sucht, müsstet ihr die Website der verrückten Australier eigentlich finden. ;-)

Weitere erwähnenswerte Ereignisse gab es in den letzten Wochen nicht. Ich gehe fast täglich mit meiner Harpune auf Abendessen-Jagd - mittlerweile fast immer erfolgreich - und geniesse täglich das warme Klima und das karibische Meer, während in Deutschland die Kälte und der Weihnachtswahnsinn herrscht. ;-)

In diesem Sinne wünsche ich allen ein abenteuerreiches, lustiges und gesundes Neues Jahr 2010 und mögen Euch allen nie die Haare ausgehen! :-)

Besitos,

Steffo y Flecky, an Bord SY SAWADI, 31.12.2009, Panama

Foto des Tages:
Mit diesem kleinen Rettungs-Motorrad-Böotchen haben die drei Abenteurer die 180 Meilen zwischen Cartagena und Panama zurückgelegt. Voll krass!

Montag, 7. Dezember 2009

Spontane Abreise und spannende Ankunft in Panama

Standort der SAWADI: vor Anker in Cartagena / Kolumbien
GPS-Position: N 09°31,00 W 078°37,00

Hi all,
ich bin zurück im Paradies!!
Vorgestern früh um 02:30 Uhr fiel bei Vollmond mein Anker ins klare Wasser der Coco Bandero Cays!

Das Timing für meine Ankunft hier in den riffübersähten SanBlas-Inseln war etwas ungeschickt, da meine Abfahrt von Cartagena ziemlich ungeplant und abrupt geschah.
Nachdem ich letzte Woche drei Tage lang meinen Dieseltank ausgepumpt, leergewischt, den alten Diesel zweimal gefiltert und wieder zurückgefüllt hatte, dabei eine mega Diesel-Sauerei auf der SAWADI angerichtet hatte, über und über mit Dieselschmiere bedeckt war und selbst Flecky schon sein Köfferchen gepackt hatte, um die nach Dieseldämpfen riechende SAWADI zu verlassen, setzte ich nach zweimaligem Verschieben meinen Abfahrtstermin schliesslich auf letzen Donnerstag fest
Geplant war, erstmal nur zwanzig Meilen nach Süden zu segeln, zu den hübschen Rosario-Inseln, um dort nochmal ein paar Tage zu relaxen und die SAWADI seeklar zu machen für die knapp 200-Meilen-Überfahrt nach Cartagena.

Doch, oh weh, kaum war ich ausserhalb der Cartagena-Bucht, fing meine Motor-Drehzahl schon wieder zu schwanken an und ich musste befürchten, dass mir der Motor schon wiederum ausfällt - diesmal vielleicht mitten bei der Riffdurchfahrt in die Rosario-Inseln.
Daher beschloss ich kurzerhand, meinen Kurs auf West-Süd-West zu ändern und direkt zu den Coco-Bandero-Cays zu segeln. Ich dachte mir, wenn ich jetzt schon wieder den Motor reparieren muss, dann soll es wenigstens in einer schönen Umgebung geschehen (Anm. der Red.: Fahrtensegeln bedeutet eh, dass man an den schönsten Plätzen der Welt ständig sein Boot repariert).
Die Entscheidung war getroffen, ich stoppte meinen Motor, solange er noch lief und daher hoffentlich auch wieder ansprang, setzte alle Segel und schipperte zunächst langsam mit wenig Wind in Richtung Panama.
Der Wind wurde schnell zu einer stetigen Brise, die SAWADI sauste dank ihres neuen, sauberen Unterwasserschiffes munter über die leider ebenfalls höher werdenen Wellen dahin.
Die Überfahrt selbst war bis auf zwei Ereignisse problemlos.
Am frühen Abend wurde ich von einem grösseren Schiff direkt voraus angefunkt, ich solle dringend meinen Kurs ändern, da das Schiff seismische Messungen durchführe und ein vier Meilen langes Messkabel hinterherschleppe.
Das andere Ereignis war ein grosser Frachter, der direkt von hinten auf mich zukam und keinerlei Anstalten zu einem Ausweichkurs unternahm. Es war mittlerweile stockfinster, der Mond war noch nicht aufgegangen, das Anrufen des Frachters via UKW-Radio blieb unbeantwortet und auch das Anleuchten meiner Segel mit meiner starken MagLite-Taschenlampe zeigte keinerlei Reaktion von Seiten des Frachters. Erst wenige hundert Meter hinter mir - ich war schon fast einer Panik nahe und wollte gerade die SAWADI hart nach Steuerbord herumreissen - änderte der Frachter endlich seinen Kurs und brauste in ca. 150 Meter Entfernung an mir vorbei. So ein Arsch!!! ;-)

Durch meine spontane Entscheidung, direkt nach Panama zu segeln, kam ich voraussichtlich mitten in der Nacht an. Und da ich nicht wusste, ob meine Maschine beim Ankermanöver ansprang, meldete ich mich morgens in der Panama-Kurzwellen-Funkrunde (Anm. der Red.: Panama-Connection-Net, 8107 Mhz USB, täglich um 13:30 UTC) und avisierte, dass ich wahrscheinlich mitten in der Nacht ohne verlässlichen Motor mitten in das Riffgebiet der Coco-Bandero-Cays reinsegeln werde.
Ich glaube, bis zum Abend wusste die ganze Seglergemeinschaft in den SanBlas Bescheid, dass die SAWADI im Anflug bzw. Sturzflug war.
Die in den Coco-Bandero-Cays geankerten Segelboote wurden informiert und mehrere Segelboote (darunter die Mariposa und NautiBär) hielten mit mir Funkkontakt und blieben auf UKW-Empfang, falls ich beim Einlaufen in die Ankerbucht Probleme bekommen sollte.
Aber alles ging gut, der Wind und auch die Wellen nahmen in der Nacht deutlich ab, und bei strahlendem Vollmond manövrierte ich die SAWADI mit glücklicherweise funktionierendem Motor in die Ankerbucht rein und liess erschöpft meinen Anker ins Wasser platschen.

Die letzten beiden Tage verbrachte ich mit Ausruhen, (endlich wieder) Schwimmen und dem mühseligen Verstauen der Unmengen von Lebensmitteln, die ich in Cartagena noch kurz vor der Abfahrt eingekauft hatte.

Mal schaun, vielleicht gehe ich nachher noch mit der Harpune auf die Jagd, um endlich wieder frisch erschossenen Fisch zu essen. Flecky würde das sicherlich auch begrüssen!!! ;-)

In diesem Sinne.

beste Grüsslies aus dem Paradies,

Steffo y Flecky

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Sonntag, 29. November 2009

...und Leichen pflasterten seinen Weg.

Standort der SAWADI: vor Anker in Cartagena / Kolumbien
GPS-Position: N 10°24,00 W 075°33,00

Hi all,
ich bin zurück aus der Hölle!!
Nach acht Tagen in der Werft kam ich gestern nachmittag wieder gut am Ankerplatz vor der Altstadt an.
Acht höllische Tage focht ich einen ungleichen Kampf gegen eine riesige Übermacht von Mosquitos, musste zusehen wie die SAWADI täglich mehr einstaubte, war die ersten Tage von oben bis unten blau von der alten, abgeschliffenen Antifoulingfarbe, wurde die letzten Tage rot gesprenkelt von der neu aufgetragenen Antifoulingfarbe, und täglich brannte die kolumbianische Sonne erbarmungslos auf mein restliches, von den giftigen Antifoulingdämpfen noch nicht zerstörtes Gehirn. ;-)

Ok, ok, ganz so schlimm wars nicht (so im nachhinein betrachtet), aber es war eine extrem anstrengende Scheissendreck-Arbeit. ;-o

Aber vergeben und vergessen, ich bin wieder im Wasser, die SAWADI hat jetzt einen roten Bauch und die letzten zwei Mosquitos habe ich heute morgen mit dem Muckenbatscher (Anm. der Red.: für Nichtschwaben ist es eine Fliegenklatsche) zur Strecke gebracht.

Aber schon steht das nexte Projekt vor der Tür.
Mein Motor bzw. mein Dieseltank macht immer noch Probleme. Wie im letzten Blog berichtet, fiel ja mein Motor auf der Fahrt in die Werft aus, und ich baute daraufhin die Dieselleitungen so um, dass ich jetzt in meiner Bilge einen 20-Liter Kanister mit sauberem Diesel habe, in dem die Diesel-Zuleitung steckt.
Damit kam ich auch gut in der Werft an, aber als gestern die SAWADI zurück ins Wasser gesetzt wurde und ich den Motor anwarf, starb er nach wenigen Minuten schon wieder ab, obwohl er den sauberen Diesel aus meinem Kanister ansaugt.
Nach schweisstreibendem Entlüften der Maschine bei 36 Grad im Schatten fiel mir auf, dass eine Hohlschraube, die an der Dieselrückführleitung angebracht ist, aufgedreht war, so dass kein überschüssiger Diesel zurück in den Tank fliessen konnte. Nachdem die Schraube zugedreht war, lief mein Volvo-Penta wieder wunderprächtig.
Aber dummerweise habe ich am Vortag schon damit begonnen, den Dieseltank zu öffnen. Der Deckel meines Tankes ist schwer zugänglich unter dem Motor in den Kiel einlaminiert und der Deckel war fest mit Sikaflex bzw. Dichtungsmasse versiegelt.
Jetzt liegt mein Dieseltank offen und wenn man schon mal einen offenen Tank hat, sollte man ihn auch gleich reinigen.
Die nächsten zwei Tage werde ich also damit beschäftigt sein, meine restlichen 80 Liter Diesel auszupumpen, zu filtern, den Tank irgendwie auswischen und dann den Deckel wieder hermetisch auf den Tank zu montieren. Uaahhhhhh!!!!

Danach werde ich nochmal fett Lebensmittel bunkern und DANN gehts endlich wieder Richtung Westen zurück zu meinen Indianern ins Paradies!!!! Jippppiehhhh!

In diesem Sinne,

Grüsslies aus Cartagena,

Steffo y Flecky ;-)

Foto des Tages:
Die SAWADI hängt im Travellift

An den "Problem"stellen der SAWADI habe ich zuerst Primer-Farbe aufgetragen, damit das neue Antifouling besser haftet

Touch-Down - die SAWADI berührt nach einer Woche wieder ihr angestammtes Element

Sonntag, 22. November 2009

SAWADI steht an Land

Standort der SAWADI: an Land in Marina FerroAlquimar in Cartagena / Kolumbien
GPS-Position: N 10°22,00 W 075°30,00

Hi all,
beim zweiten Versuch hat es glücklicherweise geklappt, die SAWADI steht sicher an Land.
Der erste Versuch vor drei Tagen schlug leider fehl, da mir auf halbem Wege zwischen Ankerplatz und der Werft der Motor ausgefallen ist! :-(
Wir (Ingo vom Katamaran Vagabund und Holger vom Katamaran Vela) passierten gerade die enge Fahrrinne in der Bucht von Cartagena, haben noch lustig einem riesigen Kreuzfahrtschiff zugewunken, welches uns in ca. 30 Meter Abstand überholte, als plötzlich meine Motordrehzahl zu schwanken anfing und kurz darauf der Motor ganz ausging.
Startversuche blieben erfolglos und es näherte sich schon der nächste Riesenfrachter!
Der erste Gedanke war, die Coast-Guard anzurufen, um uns zum Ankerplatz zurückschleppen zu lassen, aber dann fiel uns wieder ein, dass wir ja eigentlich ein SEGELboot haben!
Also setzten wir die Segel und kreuzten im engen Fahrwasser zurück zum Ankerplatz.
Geankert haben wir dann auch unter Segel, so richtg lehrbuchmaessig, yeahh!

Aber dann ging die Fehlersuche los. Nachdem ich die Maschine entlüftet hatte, lief sie wieder probeweise eine Stunde einwandfrei.
Der nächste Werfttermin war jetzt für Freitag morgen angesetzt, aber als ich am Donnerstag abend nochmal den Motor testweise startete, lief er genau 5 Minuten und dann starb er wiederum ab.
Also habe ich alle Dieselleitungen untersucht, den Motor nochmal entlüftet, aber wieder das gleiche Ergebnis.
Mittlerweile war es 23 Uhr abends und ich wollte schon meiner Crew Bescheid geben, dass es wieder nichts wird, als ich einen letzten Versuch machte, indem ich die Dieselleitung am Tank abschraubte und den Ansaugschlauch direkt in einen 20-Liter Kanister reinsteckte.
Und siehe da, mein Volvo Penta schnurrte plötzlich wieder wie mein Flecky nach einem leckeren Fisch-Abendessen. :-)

Also sind wir am nächsten Morgen ohne Probleme bis zur Werft motort und seit zwei Tagen steht die SAWADI auf dem Trockenen.

Aber, oh weh, die vier Wochen im schmutzigen Cartagena-Wasser haben meinem Unterwasserschiff gar nicht gut getan, es war über und über mit pfenniggrossen Barnickels (Anm. der Red.: ich glaub auf deutsch heissen die Seepocken) überwuchert.
Die Werft hat keinen Hochdruckreiniger, um die Schiffe sauber zu spritzen, daher ging gleich mal der erste Tag damit drauf, das ganze Unterwasserschiff halbwegs sauberzukratzen.
Und da ich ja Schwabe bin, habe ich mir vorgenommen, die dreihundert Dollar fürs Abschmirgeln des alten Antifoulinganstriches und Aufpinseln von neuem Antifouling zu sparen und alles selber zu machen.
Leute ich sags euch, ich habe meine Geizigkeit heute schon einige Male bereut. Das Abschleifen der alten Antifoulingfarbe ist eine fett anstrengende und giftige Angelegenheit!
Uaahhhhhhh!!!!

Na mal sehn, ob ich mir am Montag nicht doch noch eine menschliche Abschleifmaschine besorge und mich mit der Überwachung des Arbeiters begnüge. ;-)


In diesem Sinne,
beste Grüsslies aus der Anrifouling-Hölle,

Steffo y Flecky, der mir munter vom Boot aus beim Abschleifen zukuckt und mir ständig ÄtschiBätschi-Grimassen dreht! ;-)


Foto des Tages:
Die SAWADI hängt am Travellift und wird zu ihrem Standplatz gefahren.

Sonntag, 15. November 2009

Neun Bier später...

Standort der SAWADI: vor Anker in Cartagena / Kolumbien
GPS-Position: N 10°24,00 W 075°33,00

Hi all,
gestern nacht war ich partying im Städtle.
Zusammen mit zwei anderen Einhandseglern, beide schwedisch, sind wir um die Häuser gezogen.
Auf einem der grossen öffentlichen Plätze war eine grosse Fläche eingezäunt und es gab eine OpenAir-Disco und diverse Food-Stände.
Der Eintritt war 9000 Pesos (3 Euro) für zwei Personen und dafür gabs sechs Bier der Marke Club Colombia gratis. Das ganze war eine Promotion-Party von der Club Colombia Brauerei.
Das war uns naturalmente egal, hauptsache billiges Bier, yeahhhh!
Wir haben uns dann auch prächtig zwischen hüftenschwenkenden Latino-Schönheiten amüsiert.
In der Schlange am Eingang wäre ich fast noch beklaut worden - ich spürte plötzlich eine blitzschnelle Hand, die versuchte, mir meinen Bootsschlüssel und meine Kondome aus der Hosentasche zu ziehen. Aber glücklicherweise habe ich schnell reagiert, mich umgedreht und dem vermeintlichen Dieb auf die Hand gehauen. Er tat dann ganz unschuldig und ist schnell wieder in der Menge verschwunden.
Mei, die Kondome hätte er ruhig haben können, ich konnte nach meinen insgesamt neun Biers eh kaum noch stehen. ;-)

Entsprechend gross war am nächsten Morgen dann auch mein Kater (Anm. der Red.: Nicht Flecky, auch kein Kätzchen, sondern mein Alkohol-Kater!)

In diesem Sinne,

Steffo und mein kleiner Kater Flecky ;-)

Foto des Tages:
Heute kein Foto, denn nach einer durchgezechten Nacht ist man nicht wirklich fotogen! :-o

Montag, 9. November 2009

Feuerwerke in Cartagena

Standort der SAWADI: vor Anker in Cartagena / Kolumbien
GPS-Position: N 10°24,00 W 075°33,00

Hi all,
hier mal wieder ein Mini-Blog aus Cartagena!

Abenteuermaessig tut sich gerade nicht sehr viel.
Ich bastel gemütlich am Boot rum und helfe nebenher irgendwelchen armen Seglern bei ihren Computerproblemchen.
Eines meiner grösseren Projekte ist die Entwicklung einer Website für einen Segler, der Familien-Charter in SanBlas anbieten möchte.
Die Arbeit macht Spass und es kommen dabei auch ein paar Dollars in die Bordkasse.

Nachts finden hier ständig Feuerwerke statt.
So auch gestern nacht, und mir ist sogar ein halbwegs unverwackeltes Foto gelungen.

In diesem Sinne,

Besitos aus Cartagena,

Steffo y Flecky, ;-)

Foto des Tages:
Feuerwerk über der Altstadt, geknipst vom Bug der SAWADI

Sonntag, 1. November 2009

Free-Mehl anstatt Free-Mail

Standort der SAWADI: vor Anker in Cartagena / Kolumbien
GPS-Position: N 10°24,00 W 075°33,00

Hi all,
vor einigen Tagen habe ich meine ComputerHilfs-Dienste auf dem täglichen Funknetz angeboten - und konnte seitdem auch schon dem einen und anderen Segler bei seinen Computer-Problemen helfen!
Eine meiner Hilfsleistungen wurde jedoch nicht bar bezahlt, sondern in Naturalien! :-)
Helmut und Hannelore von der SY Albatros hatten eine nicht mehr funktionierende Notebook-Tastatur und ausserdem Probleme, ihre WiFi-Antenne zu installieren.
Da ich nach getaner Arbeit eine Barzahlung mehr oder weniger verweigerte, luden Sie mich prompt zu einem Abendessen mit leckerem Brathähnchen, selbstgemachtem Kartoffelsalat und grünem Salat ein! Yummmy!!!

Und ausserdem bestanden Sie darauf, mir die Hälfte eines ganz besonderen Schatzes zu schenken: Helmut war es doch tatsächlich gelungen, bei einem lokalen Bäcker einen 25kg-Vollkornmehl-Sack zu erstehen! Wow!!
Man muss wissen, dass es in Kolumbien extrem schwierig ist, an Roggen- oder Vollkornmehl ranzukommen. Die Kolumbianer fressen hier alle nur weißes, ungesundes Weizenmehl. ;-)

Na, und daher wird es während des nexten halben Jahres bei mir an Bord nur noch gesundes Vollkornbrot geben, jippiehh!

In diesem Sinne,
Gruesslies aus Cartagena,

Steffo y Flecky

PS: Warum ham d' Araber koa Brot? Weil's ka Mehl ham! ***LOL***

Foto des Tages:
Steffo beim Umfüllen von 12,5 kg Vollkornmehl in ZipLock-Tüten. Wenn da mal nicht die Kokain-Drogenfahndung an Bord kommt. ;-)

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Drei Filter für den Volvo - und drei Bier für mich!

Standort der SAWADI: vor Anker in Cartagena / Kolumbien
GPS-Position: N 10°24,00 W 075°33,00

Hi all,
was für ein öliger Tag!

7 Stunden bin ich heute kopfüber im Motorraum gehangen und hab meinem guten alten VolvoPenta-Motor die versprochene Pflege gegeben.
Jetzt hat er zwei neue Racor-Dieselvorfilter, einen neuen Feinfilter und einen nagelneuen Impeller drin. Jipppiehhhh!
Der Impeller war jetzt über 1000 Motorstunden drin, und er sah noch aus wie neu. Mist, da hätte ich mir das Ausbauen und Auswechseln auch sparen können.

Aber lieber zu früh als zu spät wechseln, gell?

Dafür gabs heute abend für mich zur Belohnung ein paar Bierchen in der Altstadt. Prost!

Grüsslies aus Cartagena,
Mechaniker Steffo

Foto des Tages:
Steffo hat nach über zwei Stunden endlich den alten Impeller rausoperiert!